Abendlicher Blick über das Freibadbecken in die Innenräume des F3: Das Kombibad im Westen der Fellbacher Kernstadt hat sich überregional als Marke etabliert. Foto: F3

Das Fellbacher F3 hat einige turbulente Jahre hinter sich. Seit dem Start im September 2013 wurden 4,3 Millionen Gäste in der Schwimmhalle, der Rutschenwelt, der Saunalandschaft und im Freibad gezählt. Die jüngste Nilgans-Affäre hat offenbar keine Auswirkungen auf die Attraktivität des Kombibads.

Die Assoziation hat eine gewisse Verlockung: Wäre das F3 nicht eine Badeanstalt, sondern ein Badegast, dann hätte er oder sie in den vergangenen zehn Jahren viele Aufs und Abs erlebt: Mal einen lässigen Handstand auf dem Dreimeterbrett, dann einen Raketenstart durch die Falltür samt mehrfacher Überschläge in der 88-Meter-Loopingrutsche, dazu Kraulrekorde im Schwimmbecken, zwischendurch gepflegtes Chillen im Riesen-Whirlpool. Und immer mal wieder Fast-Untergänge nach regelmäßig auftretenden finanziellen, organisatorischen oder personellen Kapriolen.

 

OB Palm begrüßte die ersten Gäste im Bademantel

Ja, es gab reichlich Turbulenzen seit dem 15. September 2013, als der damalige OB Christoph Palm, den Appell „Pack die Badehose ein!“ ignorierend, die Gäste in Badeschlappen und Bademantel per Handschlag begrüßte. 44 Millionen Euro hatte die Städtische Holding Fellbach GmbH (SHF) als Bauherrin und Eigentümerin investiert. Palm versprach seinerzeit: „Die ganze Region wird nach Fellbach blicken, das F3 wird das modernste Erlebnisbad im Großraum Stuttgart sein.“ Tatsächlich hat sich das F3 in den zehn Jahren als eine der beliebtesten Freizeitanlagen in der Region etabliert. „Gut 4,3 Millionen Besucher schwammen, spielten und saunierten bisher im Kombibad“, teilt die Betriebsgesellschaft mit. Bis zu den coronabedingten Schließungen stiegen die Zahlen jährlich im Schnitt um zwei bis drei Prozent. 2019 besuchten gut 500 000 zahlende Gäste und weitere 50 000 Gäste aus den örtlichen Schulen und Sportvereinen das Bad.

Seit im Juli 2020 die Insolvenz der privaten Betreibergesellschaft durch eine städtische Übernahme verhindert werden konnte, firmiert die F3-Betriebsgesellschaft als SHF-Beteiligung und ist damit ein rein kommunales Unternehmen. „Die Übernahme während der Pandemie war – ebenso wie Jahre zuvor die Errichtung des Kombibades – eine mutige Entscheidung und sicher nicht frei von Risiken“, betont OB Gabriele Zull.

Stammgäste weit über den Rems-Murr-Kreis hinaus

Eine Entscheidung, an die der Gemeinderat und die Verwaltung auch Erwartungen und Ziele geknüpft haben. „Gerade für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, für die Familien, Schulen und Vereine übernimmt das F3-Bad eine wichtige Funktion“, erklärt die Oberbürgermeisterin. Aus kommunaler Sicht sei neben einem attraktiven Angebot für breite Bevölkerungskreise auch die Positionierung des F3-Bads als Aushängeschild wichtig: „Mit seinem Angebot bietet das Bad im Freizeitbereich einen hohen Standard, der auch Stammgäste weit über den Rems-Murr-Kreis hinaus regelmäßig nach Fellbach lockt – ein großer Gewinn für die Stadt.“ Den Bekanntheitsgrad auszubauen und das F3 überregional als Marke zu etablieren – das waren die Hauptziele, als Ende 2021 die zuvor getrennten Bereiche Sportbereich und Erlebnisbad zum „Wohlfühlbad“ zusammengeführt wurden. Rund 80 Mitarbeitende – von der Reinigungskraft bis zum Technischen Leiter, von der Marketingfachfrau bis zum Rettungsschwimmer – setzen sich täglich ein, dass die Ziele erreicht werden.

Auch die Ende 2022 umgesetzte Tarifreform, die besonders attraktive Eintrittspreise für Besucher mit kürzerer Aufenthaltsdauer und an den weniger frequentierten Wochentagen bietet, trägt zur positiven Entwicklung des Bades bei. Dabei hat die Fokussierung auf die Schwerpunkte Sicherheit und Sauberkeit im Familienbad und Freibad sowie auf ein qualitativ hochwertiges Wellness-Erlebnis im Saunabereich dazu geführt, dass die Besucherzahlen aktuell wieder an die Zeit vor der Pandemie anknüpfen.

Aktuell wird eine neue Geschäftsführung gesucht

Offenkundig hat auch die Nilgans-Affäre, in der der Geschäftsführer wegen seiner allzu rabiaten Vertreibungsversuche der Vögel seinen Job verloren hat, keine Auswirkungen auf die Attraktivität des Bads. Die F3-Führungsspitze wird derzeit neu aufgestellt. Der Erste Bürgermeister Johannes Berner hat im Sommer – wie bereits früher – wieder vorübergehend die Geschäftsführung übernommen. Ihm steht seit September mit Christoph van Bebber ein erfahrener Interims-Betriebsleiter zur Verfügung, der das operative Tagesgeschäft im F3 unmittelbar steuert. Eine Personalvermittlung sucht derzeit eine neue Geschäftsführung. Berner setzt auf „eine in der Branche einschlägig erfahrene, unternehmerisch denkende Person“.

Poolparty, Saunaaufgüsse, beste Gewächse

Familientag
Zum zehnjährigen Bestehen des F3 stehen die Gäste im Mittelpunkt: Der Familientag am Samstag, 16. September, startet um 11.30 Uhr mit einer Poolparty im Familienbad. Gäste aller Altersgruppe erwartet dort eine Animation mit Wasserspielen, Musik und Rahmenprogramm. Ab 17.30 Uhr sind Jugendliche und junge Erwachsene willkommen zur lässigen Chillout-Party mit Loungemusik, Eventbeleuchtung und alkoholfreien Cocktails.

Sauna-Wohlfühltag
Am Sonntag, 17. September, erwartet die Saunagäste ab 11 Uhr ein Angebot mit Spezialaufgüssen und meditativen Klangerlebnissen, Beautyanwendungen und musikalischer Unterhaltung. Die Fellbacher Weingärtner bieten eine Verkostung ihrer besten Gewächse. Dazu werden vom Gastroteam leckeres Fingerfood und süße Geburtstagsüberraschungen gereicht. Alle Aktionen sind an beiden Tagen im regulären Eintrittspreis enthalten.