Einer der Karriere-Höhepunkte des Kevin Kuranyi: Das Champions-League-Heimspiel gegen Manchester United im Jahr 2003. Foto: dpa

Kevin Kuranyi hat seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Im Interview mit dem SWR berichtet der 35-Jährige über die Höhepunkte und Tiefpunkte in seiner Karriere und gibt einen Ausblick auf seine Pläne für die Zukunft. Weggefährten vom VfB kommen ebenfalls zu Wort.

Stuttgart - Kevin Kuranyi hat in der vergangenen Woche seine Fußball-Karriere beendet. Der 35-Jährige kann auf eine erfolgreiche Zeit beim VfB Stuttgart zurückblicken: Als Teil der „Jungen Wilden“ unter Felix Magath hat er einen Stammplatz in der Historie der Roten sicher – nun ist er nach Stuttgart zurückgekehrt, allerdings nur als Privatmann.

Im Interview mit dem SWR hat Kevin Kuranyi sich nun zu seiner Entscheidung, die Karriere zu beenden, geäußert. „Ich bin mit meiner Familie nach Stuttgart gezogen und wir haben uns sehr gut eingelebt. Meine Kinder freuen sich so sehr, dass ich mehr Zeit für sie habe. (...) Ich hätte gerne irgendwo in der Nähe noch gespielt, aber es hat sich einfach nicht ergeben.“

Auf seine Karriere-Höhepunkte angesprochen, fällt Kuranyi unter anderem ein denkwürdiger Champions-League-Abend in Stuttgart ein. „Ich habe mit dem VfB Stuttgart Champions League auf hohem Level gespielt – gegen Manchester United, ein Tor geschossen und auch noch gewonnen. Gegen einen Verein, der damals zur Top Drei gehörte. Mit Schalke bin ich in der Champions League sehr weit gekommen, und beim besonderen Derby (gegen Borussia Dortmund, Anm. d. Red.) hab ich auch meine Tore geschossen. In Moskau haben wir mit dem Verein eine Entwicklung genommen, dass wir auch in der Europa League spielen konnten und uns dort sehr gut gezeigt haben.“

„Kevin, warum bist du zu Schalke 04 gewechselt?“

Als Tiefpunkt seiner Karriere macht der 35-Jährige ganz klar seinen Rauswurf beim DFB aus. Kuranyi war bei einem WM-Qualifikationsspiel in Dortmund 2008 nur auf der Tribüne. In der Halbzeitpause verließ er das Stadion eigenmächtig, sodass Bundestrainer Joachim Löw ihn suspendierte.

Nachdem Kevin Kuranyi im Jahr 2005 zu Schalke gewechselt war, konnte der VfB 2007 die Meisterschale an den Neckar holen – nach einer spannenden Aufholjagd überholten die Schwaben am Saisonende Kuranyis neuen Club. Kuranyis Gefühle damals: „Klar, hätte ich gerne mit Schalke diesen Titel gewonnen, weil wir gegen Ende der Rückrunde einen Riesen-Vorsprung hatten, aber es war gut, dass dann die alten Kameraden die Meisterschaft gewonnen haben – besser als eine andere Mannschaft.“

„Ich weiß, was ich in meinem Leben erreicht habe, ich weiß, dass ich meinen Trainern und anderen Weggefährten viel zu verdanken habe. Ich habe sehr viele gute Entscheidungen getroffen“, zieht Kuranyi eine positive Bilanz.

Für die Zeit nach der Karriere plant er erstmal keinen Job als Coach: „Trainer zu werden wird schwierig, ich bin nicht so der Trainertyp.“ Der 35-Jährige sieht sich eher als Manager oder Berater, weil es ihm einfach Spaß bereite, „mit vielen jungen Spielern zu arbeiten“.

Im SWR-Video kommen außerdem einige seiner Weggefährten zu Wort, die ihm teilweise mit einem Augenzwinkern zu seiner Karriere gratulieren. Ein Highlight ist die Aussage seines ehemaligen VfB-Kumpels Silvio Meißner: „Kevin, warum bist du zu Schalke 04 gewechselt? Mit denen kann man nicht Deutscher Meister werden!“

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