Die Wirtsleute Marga und Bernhard Schlecht stehen als „Uhlberg-Duo“ in ihrem Alb-Stadl regelmäßig auch selbst auf der Bühne. Foto: z

Seit zwei Jahren betreiben die Filderstädter Marga und Bernhard Schlecht den Schwäbische Alb Stadl in Engstingen. Das Ehepaar hat eine ehemalige Soldatenkantine in ein Musiklokal mit urigen Almhüttenambiente umgebaut.

Bonlanden/Engstingen - Im Gewerbepark Haid spielt die Musik. Auf dem ehemaligen Kasernengelände in Engstingen (Kreis Reutlingen) auf der Schwäbischen Alb haben sich in den vergangenen Jahren Handwerksbetriebe, Speditionen und weiteres Gewerbe angesiedelt. In der einstigen Soldatenkantine ist heute ein Gastronomiebetrieb untergebracht. Von außen wirkt der Zweckbau recht nüchtern, im Innern jedoch findet sich der Gast in einer urigen Almhütte wieder. Lange Holztische stehen darin, die Decke ist mit Holz verkleidet, rote Vorhänge hängen an den Holzfenstern.

„Wir sind ein Eventlokal, wo verschiedene Musikrichtungen angeboten werden, in erster Linie Volksmusik“, sagt Marga Schlecht. Seit 22 Jahren ist sie mit ihrem Mann Bernhard, ein gebürtiger Plattenhardter, als Uhlberg-Duo im Ländle unterwegs. Aus ihrer Liebe zur Volksmusik gründeten sie vor zehn Jahren die Steirerschule in Bonlanden, in der Bernhard Schlecht inzwischen mit Sohn Udo Unterricht für steirische Harmonika gibt. Im Juli 2010 hat das Ehepaar den Schwäbische Alb Stadl in Engstingen eröffnet, ein ihrer Ansicht nach in der Gegend einmaliges Lokal.

„Durch den Stadl geben wir den Leuten eine Gastronomie mit Musik, und wir tun gleichzeitig viel für unsere Musikerkollegen“, sagt Marga Schlecht. Jedes Wochenende wird im Stadl, der auf 400 Quadratmetern Platz für 300 Gäste bietet, geschunkelt, gelacht und getanzt. Regionale Gruppen treten dort auf, aber auch namhafte Formationen. Jungmusiker, auch aus der Steirerschule, erhalten einmal im Monat die Chance, sich vor Publikum zu präsentieren. Dazu werden schwäbische Gerichte angeboten.

45 Tonnen Holz verbaut

Über persönliche Kontakte ist Bernhard Schlecht auf die Immobilie im Gewerbepark Haid auf der Albhochfläche aufmerksam geworden. Für die Inneneinrichtung der früheren Kantine hat er zunächst ein Modell gebaut. Nach diesem wurden schließlich in einem Jahr Umbauzeit vier Hütten und eine Bühne in dem Saal eingerichtet. „Wir haben 45 Tonnen Holz verschafft“, erzählt der 60-Jährige.

Von Freitagabend bis Sonntag ist der Stadl geöffnet. Dann ist das Ehepaar mit Sohn Udo immer vor Ort, unter der Woche organisieren und planen sie die Aktivitäten im Stadl von ihrem Büro in Bonlanden aus. Gerne hätte man den Stadl in der Nähe gebaut, meint Marga. Aber rund um Stuttgart wäre das nicht finanzierbar gewesen, meint die 57-Jährige. „Hier passt der Stadl auch besser als in der Stadt“, ergänzt ihr Mann.

Der Gastronomiebetrieb liegt im ländlichen Raum, gleichzeitig aber verkehrsgünstig nahe der Bundesstraße 313, der Verbindungsachse Reutlingen – Sigmaringen, und inmitten eines Ausflugsgebiets. Das Schloss Lichtenstein und die Tropfsteinhöhlen Nebelhöhle und Bärenhöhle befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Filderkrautfest auf der Schwäbischen Alb

„Sonntags ist bei uns ordentlich was los“, berichtet Bernhard Schlecht. Ganz Baden-Württemberg, aber auch Teile Bayerns gehören zum Einzugsgebiets des Eventlokals, in dem bei vollem Haus 16 Mitarbeiter tätig sind. Seniorengruppen sind ein beliebtes Klientel der Wirtsleute. Zwei Reisebusse finden auf dem Parkplatz vor dem Haus problemlos Platz. Mit der regionalen Küche und dem musikalischen Programm locken die Betreiber des Alb-Stadl aber nicht nur Reisegruppen und Ausflügler an. Auch Feiern von Firmen und Privatpersonen finden dort statt – auf Anfrage auch unter der Woche. „Hochzeiten im bäuerlichen Stil sind gefragt“, sagt Marga Schlecht.

Am letzten Wochenende im Oktober werden die Filderstädter zum dritten Mal das Filderkrautfest auf die Alb holen. Dann kommen das Krautfest-Königspaar und der Bartclub Belle Moustache aus Leinfelden-Echterdingen sowie ein Landwirt aus Bernhausen, der Spitzkraut verkauft, zu Besuch. Mit Aktionen wie diesen sowie mit Adventsmärkten, Ostermärkten oder Oldtimertreffen können die Betreiber ihre Almhütten problemlos füllen.

„Wir sind zufrieden mit dem, was wir in zwei Jahren erreicht haben“, sagt Marga Schlecht. Neben den Volksmusikliebhabern müsse man aber auch ein anderes Publikum ansprechen, erklärt sie. Deshalb finden sich im Stadl-Programm inzwischen auch Countrymusik, Comedy und Schlagertanzabende. Im Frühjahr wird es Theateraufführungen geben. Darüber hinaus denkt das Familienunternehmen auch an neue Events: „Wir möchten im Herbst eine Ü30-Party machen“, erzählt die Wirtin.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: