Die Arche im Hornemannweg soll wenn möglich erhalten bleiben. Foto: Thomas Weingärtner

Die Evangelische Kirchengemeinde Stammheim hat die Gelder bewilligt bekommen, den Brandschutz in der Kameralamtsstraße zu sanieren. Dennoch muss ein Immobilienplan her.

Einige Arbeit wird in Zukunft auf die evangelische Kirchengemeinde zukommen. Das Gemeindehaus in der Kameralamtsstraße hat dringend eine Sanierung im Bereich des Brandschutzes nötig. Im Mai wurde das Dachgeschoss des Gebäudes, in welchem sich bis dahin die Jugendräume der Gemeinde befunden hatten, von der Stadt geschlossen. Nach dem Brandschutzgesetz von 2010 reichten die Maßnahmen im oberen Geschoss nicht mehr aus. Nun ist das Geld da. „Wir haben die Mittel für eine Sanierung vom Oberkirchenrat bewilligt bekommen“, erläutert Pfarrer Thomas Mann. Die erste Bauphase soll 650 000 Euro, dabei werden neben dem Brandschutz auch die Fenster und die Küche saniert. Diese Maßnahmen ermöglichen es somit der Gemeinde, ihre Räume zunächst einmal wieder in vollem Umfang zu nutzen. „Wir möchten die Räume natürlich so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen. Deshalb ist der Bauantrag an die Stadt schon gestellt“, erklärt der Pfarrer.

Ein Immobilienplan muss erstellt werden

Das eigentliche Problem der Gemeinde in Sachen Immobilien ist damit jedoch nicht vom Tisch. Schrumpfende Mitgliederzahlen sorgen zunehmend für ein Ungleichgewicht in der Belegung der Gemeinderäume und könnten sie stellenweise unrentabel machen. Soweit sei es laut Pfarrer Mann in Stammheim noch nicht: „Unsere Gebäude werden verschieden intensiv genutzt, sind aber nicht unterbelegt.“ Dennoch müssen auch die Belegungspläne der kleiner werdenden Gemeinde Rechnung tragen. Vom Oberkirchenrat hat die Gemeinde seit 2008 die Aufgabe erhalten, einen Immobilienplan zu entwickeln. Die Gelder für die Sanierung waren jedoch nicht an dessen Vorlage geknüpft. „Wir haben zwar keine Deadline bekommen, sehen aber die Notwendigkeit für das Konzept selbst und nehmen uns der Sache auch an“, sagt Mann. Das schließt auch den Verkauf oder Abriss mancher Standorte nicht aus. Auch das Gotteshaus Arche im Stammheim-Süd war im Gespräch, als es darum ging, Räume zu reduzieren. „Was wir durch die Sanierung in der Kameralamtsstraße gewinnen, ist Zeit, unsere Hausaufgaben zu machen“, sagt Mann. „Einen Immobilienplan müssen wir aber dennoch entwickeln. Der Vorteil ist, dass wir die Entscheidung nicht übers Knie brechen müssen.“ Zunächst einmal möchte die Gemeindeverwaltung einen Raumbedarfsplan erstellen. „Alle Prozesse finden im Dialog mit unseren Gemeindemitgliedern statt“, sagt Mann. Beim Kirchengemeinderatswochenende am 10. und 11. Oktober wollen die Entscheidungsträger erstmals über den Bedarfsplan diskutieren. „Wenn wir wissen, welche Räumlichkeiten wir brauchen und wie die aussehen müssen, können wir auch sagen, welche im Umkehrschluss entbehrlich sind.“ Aus dem Bedarfsplan soll dann am Ende auch der Immobilienplan entstehen, so die Idee. „Das wäre dann ein zielorientierter Ansatz“, sagt der Pfarrer. Die Kirchengemeinde werde versuchen, so viele Gebäude wie möglich zu halten.

Dennoch kann Mann den Verkauf oder Abriss der Objekte Arche und Kameralamtsstraße nicht völlig ausschließen. „Das ist noch nicht vom Tisch und entscheidet sich in der Immobilienplanung.“ Die Sanierung des Gemeindehauses sei kein Vorgriff auf den noch zu erstellenden Bedarfsplan. „Wir müssen aber mit Bedacht vorgehen. Das wird ein Fahrplan für die kommenden 30 Jahre“, sagt er. Auf keinen Fall wolle man der künftigen Generation Spielräume für eine sinnvolle Raumnutzung nehmen.

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