Lilly among Clouds tritt am Freitag zum ESC-Vorentscheid an. Foto:dpa Foto:  

Es gibt viele Menschen, die beim Eurovision Song Contest böse Vorahnungen haben. Offenbar auch die Sängerin Lilly among Clouds, die am Freitag zum ESC-Vorentscheid antritt. Sie aber ist nun angenehm überrascht, was sie alles darf.

Würzburg - Sängerin Lilly among Clouds, die dieses Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) antreten will, hat anfangs mit der Idee gehadert. Nach der Anfrage habe sie Bedenken gehabt, nicht in ein Fernsehformat zu passen, sagte die 30-Jährige aus der Nähe von Würzburg der Deutschen Presse-Agentur. Aber sie sei überrascht worden: „Dass ich bei einem so großen Contest alles selbst bestimmen kann, vom Lied bis zum Outfit, hatte ich nicht erwartet.“

Beim Vorentscheid „Unser Lied für Israel“ der ARD am Freitag (20.15 Uhr) bewerben sich sechs Kandidaten darum, Deutschland im Mai beim ESC 2019 in Israel zu vertreten. Lilly among Clouds (mit bürgerlichem Namen: Elisabeth Brückner) tritt mit dem Lied „Surprise“ (Überraschung) an. Hinter dem Titel stecke eine persönliche Motivation: „Ich sehe jünger aus und werde oft falsch eingeschätzt.“ Gerade Ältere trauten Jüngeren offenbar keine tiefen Gedanken übers Leben zu. Dabei habe sie Politik studiert und ihre Bachelor-Arbeit über den Iran geschrieben.

Aufmerksamkeit ist ihr unangenehm

Lilly among Clouds sieht sich selbst vor allem als Songwriterin und weniger als Sängerin. Die Aufmerksamkeit auf der Bühne sei ihr manchmal eher unangenehm. Das eint sie eventuell mit einem anderen ESC-Kandidaten aus der Nähe von Würzburg: Andreas Kümmert. Der hatte 2015 den ESC-Vorentscheid gewonnnen, die Finalteilnahme aber überraschend der Zweitplatzierten Ann Sophie überlassen.

Brückner wurde 1989 in Straubing geboren. Fürs Studium zog sie nach Würzburg. Inzwischen lebt sie in der Nähe auf dem Land. Bayern sei ihr Zuhause, sagte die Musikerin, aber sie fühle sich nicht als „klassische Bayerin“. Ihre Mutter stammt aus den USA. „Bei uns gab es kein Dirndl und ich bin immer eher mit dem europäischen Gedanken aufgewachsen“, so Brückner. Ihr erstes Album „Aerial Perspective“ hat sie 2017 beim Label „Play it again Sam“ (PIAS) herausgebracht; das zweite ist in Arbeit. Ihre Musik ordnet sie dem Indiepop zu.

  
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