Marcus Thuram köpfte die Fohlen-Elf in der Nachspielzeit zum Sieg gegen Rom. Foto: dpa/Marcel Kusch

Der Jubel kannte keine Grenze im Borussia-Park: Gladbach gewinnt dank eines späten Treffers das Duell gegen AS Rom. Beim VfL Wolfsburg verschärft sicht dagegen die Formkrise.

Mönchengladbach - Frenetischer Jubel bei Borussia Mönchengladbach über einen wichtigen Last-Minute-Sieg, Ärger bei Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg über verpasste Chancen in der Europa League: Bundesliga-Spitzenreiter Mönchengladbach gewann dank eines späten Kopfballtreffers von Marcus Thuram (90.+4) mit 2:1 (1:0) gegen den italienischen Topklub AS Rom und holte damit wichtige Punkte für die Mission Zwischenrunde.

Frankfurt erlebte ohne Fan-Unterstützung in Belgien hingegen keine Party-Nacht. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter kassierte beim 1:2 (0:0) bei Standard Lüttich eine unglückliche Last-Minute-Niederlage - und muss um die K.o.-Runde bangen.

Die Hessen verpassten nach der 5:1-Gala in der Bundesliga gegen Meister Bayern München im Schlüsselspiel in Lüttich das vorzeitige Weiterkommen. Maxime Lestienne (90.+4) traf mit dem Schlusspfiff zum Sieg für die Belgier, zuvor hatte Filip Kostic (65.) die Lüttich-Führung durch Zinho Vanheusden (56.) ausgeglichen.

Wolfsburger Formkrise verschärft sich

Ebenfalls keinen Grund zur Freude hatten die Wolfsburger. Nach derben Niederlagen im DFB-Pokal und in der Bundesliga verschärfte sich die Formkrise der Niedersachsen auf der europäischen Bühne noch einmal. Nach einer über weite Strecken schwachen Leistung verlor die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gegen KAA Gent mit 1:3 (1:0) und verpasste vor 11.620 enttäuschten Zuschauern auf dem Weg in die Zwischenrunde die erhoffte Vorentscheidung.

Auch die recht frühe Führung durch einen Flachschuss des Brasilianers Joao Victor nach 20 Minuten brachte keine Ruhe in die Aktionen der Platzherren.

„Es ist super, solch einen Spieler vorne drin zu haben“, lobte Gladbachs Torhüter Yann Sommer im RTL-Interview Thurams neuerlichen Beweis für seine Knipser-Qualitäten. Trotz des glücklichen Zeitpunktes für den Siegtreffer wertete der Schweizer den Sieg seines Teams sichtbar erleichtert als verdient: „Wir haben auch nach dem 1:1 immer weiter gemacht. Ich bin superglücklich.“

Die Mannschaft von Trainer Marco Rose darf nach dem ersehnten ersten Sieg in der Gruppe J mehr denn je vom Einzug in die K.o.-Runde träumen. Die Gladbacher liegen mit fünf Zählern auf Platz zwei, punktgleich vor den Römern und knapp hinter Istanbul Basaksehir (7.).

Gladbach geht durch Eigentor in Führung

Die in der Liga zuletzt so starken Fohlen durften durch ein Eigentor von Federico Fazio (35.) erstmals jubeln. Doch Fazio machte seinen Fehler mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich (64.) wieder gut, ehe Thuram die 44.570 Zuschauer kurz vor Schluss beglückte.

Unglücklich waren die Frankfurter. „Das ist sehr, sehr bitter“, kommentierte Sebastian Rode am DAZN-Mikrofon den Nackenschlag: „Es hilft aber alles nichts, da müssen wir jetzt durch.“

Die Frankfurter sind in der Gruppe F nur noch Dritter hinter den nunmehr punktgleichen Belgiern. Beide Klubs haben sechs Zähler auf dem Konto, vorne liegt der FC Arsenal (10). Da das direkte Duell mit Lüttich unentschieden endete, zählt nun die bessere Tordifferenz.

In Lüttich musste die Eintracht ohne ihre lautstarken Fans auskommen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte den Halbfinalisten der vergangenen Saison wegen des wiederholten Fehlverhaltens seiner Anhänger bestraft. Bei insgesamt zwei Auswärtsspielen muss der Frankfurter Fanblock geschlossen bleiben, also auch beim vorletzten Gruppenspiel in London beim FC Arsenal (28. November).

Nach Wolfsburgs Führung gelang der nicht unverdiente Ausgleich für die Gäste dem Ukrainer Roman Jaremtschuk mit einem sehenswerten Volleyschuss fünf Minuten nach Wiederbeginn. Danach stellten Laurent Depoitre (65.) und Michael Ngadeu-Ngadjui (76.) den Endstand her. Es war die erste Heimniederlage der „Wölfe“ in dieser Spielzeit.

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