Ob in der Zollberg-Realschule nach den Osterferien der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist noch unklar. Foto: Ines Rudel

In der Zollberg Realschule sind bei Messungen in verschiedenen Klassenzimmern Polychlorierte Biphenyle (PCB) in der Raumluft entdeckt worden, die die Grenzwerte teilweise erheblich überschreiten. Nun setzen sich Vertreter der Stadt erneut mit dem Kreisgesundheitsamt und dem Staatlichen Schulamt in Nürtingen zusammen, um über die prekäre Lage zu beraten.

Esslingen - Die Ungewissheit bleibt. Am Freitag werden sich Vertreter der Stadt erneut mit dem Kreisgesundheitsamt und dem Staatlichen Schulamt in Nürtingen zusammensetzen, um über die prekäre Lage an der Zollberg-Realschule zu beraten. Dort sind bei Messungen in verschiedenen Klassenzimmern Polychlorierte Biphenyle (PCB) in der Raumluft entdeckt worden, die die Grenzwerte teilweise erheblich überschreiten.

Geklärt werden soll bei dem erneuten Krisentreffen, ob in der Zollberg-Realschule nach den Osterferien der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann, oder ob sich die Stadt nach alternativen Schulräumen – teils in der ehemaligen Pestalozzi-Schule im Stadtteil Zollberg selbst, teils in der Adalbert-Stifter-Schule in der Pliensauvorstadt – umsehen muss. Darüber gehen bisher die Meinungen auseinander.

Alle 20 Minuten soll gelüftet werden

Der Gutachter der Stadt sieht unter Beachtung verschiedener Vorgaben – unter anderem eines Schocklüftungsgebots alle 20 Minuten – keine Notwendigkeit für eine Schulschließung. Für diese Position soll er beim ersten Krisengipfel am Mittwoch Unterstützung vom Vertreter des Kreisgesundheitsamts bekommen haben, erklärt der Sprecher der Stadt, Roland Karpentier. Die vom arbeitsmedizinischen Dienst des Landes beauftragten Experten der Firma BAD wiederum raten zur vorübergehenden Schließung der Schule bis zum Abschluss einer wohl mehrere Monate dauernden Kernsanierung des Schulgebäudes.

Wo die Schülerinnen und Schüler in diesem Fall unterrichtet werden, wird frühestens Ende der kommenden Woche feststehen. Denn auch die ins Auge gefassten Ausweichquartiere sind teilweise in der Zeit gebaut worden, in der PCB verwendet wurde. Deshalb hat die Stadt bereits Messungen in den beiden Ersatzschulen veranlasst. Deren Ergebnisse werden aber erst am 17. oder 18. April feststehen.

Eine zweite Infoveranstaltung ist in den Ferien geplant

Weil am Montag die Osterferien beginnen, plant die Stadt zunächst an diesem Freitag die betroffenen Eltern über den aktuellen Diskussionsstand zu informieren. Nachdem die Messergebnisse bekannt sind, wird es eine zweite Elterninformation in den Osterferien geben.

In die Kritik gerät derweil immer stärker der Esslinger Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht. Denn bereits Ende 2016 hat es erste Hinweise an den damaligen Chef des Eigenbetriebs Städtische Gebäude Esslingen und an Wallbrecht selbst gegeben, dass mehrere Esslinger Schulen unter Umständen ein PCB-Problem haben. Wallbrecht hat mittlerweile mehrfach öffentlich eingeräumt, dass er das Thema ursprünglich falsch eingeschätzt habe. Dass er bis vor wenigen Wochen aber weder den Gemeinderat noch den Esslinger Oberbürgermeister trotz bereits eingeleiteter Sanierungsarbeiten über das Problem informiert hat, stößt auf Unverständnis.

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