Zum achten Mal wollen die Musiker des Podium-Festivals an außergewöhnlichen Orten ihr Publikum verzaubern. Foto: Horst Rudel

Am Samstag beginnt der Vorverkauf für das Podium-Festival. Vom 14. bis 23. April kommen 40 junge Musiker aus ganz Europa an den Neckar, um mit außergewöhnlichen Konzerten neue Publikumskreise für die klassische und neue Musik zu begeistern.

Esslingen - Der April ist nun schon traditionell der Monat des Podium-Musik-Festivals. Von Donnerstag, 14. April, bis zum Sonntag, 23. April, werden auch 2016 wieder 40 junge Musiker aus ganz Europa nach Esslingen reisen und versuchen, mit außergewöhnlichen Konzerten an ungewöhnlichen Auftrittsorten den Kreis von Anhängern klassischer Musik zu verjüngen und damit auch zu erweitern.

5500 Karten gehen in den Vorverkauf

Es ist bereits das achte Podium-Festival, das der heute gerade einmal 29-jährige Cellist Steven Walter als künstlerischer Leiter organisiert. Seit den Anfängen ist viel geschehen – und das Festival wächst weiter. Wenn am Samstag, 20. Februar, der Vorverkauf für die knapp 20 Konzerte beginnt, werden 5500 Eintrittskarten angeboten. Walter hofft, dass mehr als 4000 davon einen Käufer finden. Das wäre Rekord. „Es ist aber nicht so, dass alle Konzerte gleich ausverkauft sind“, sagt Walter. Entsprechende Gerüchte, die immer wieder in der Stadt kursierten, seien schlicht falsch.

Das wohl außergewöhnlichste Projekt des diesjährigen Podium-Festivals steht dabei überhaupt nicht auf dem offiziellen Programm. Noch bevor das Festival am 14. April mit einem großen Grillfest samt klassischer Musik im Jugendzentrum Komma beginnt, werden mehr als 1000 Schüler bei drei Vorstellungen im Schauspielhaus der Württembergischen Landesbühne die Gelegenheit haben, eine getanzte Version des Klassikers von Antoine de Saint-Exupéry erlebt haben. Titel: „Ein kleiner Prinz“.

Bundesjugendballett ist wieder mit dabei

Das Projekt, das einige Podium-Musiker zusammen mit Tänzerinnen und Tänzern des Bundesjugendballetts erarbeiten, ist gleich in doppelter Hinsicht beachtenswert: Denn zum einen wird mit den Vorstellungen die Idee des Esslinger Kulturrucksacks mit Leben erfüllt. Das Ziel des von der Stadt geförderten Projekts ist es, mit außergewöhnlichen Aufführungen bei Schüler der fünften Klassen das Interesse für Kultur zu wecken.

Aber auch für Steven Walter ist „Ein kleiner Prinz“ etwas ganz Besonderes. Denn die Inszenierung entsteht in Kooperation mit dem renommierten Lucerne-Festival. Das ist für die Podium-Organisatoren einer von gleich zwei Ritterschlägen, die zeigten, dass die Idee überzeuge. Der andere ist eine weitere Koproduktion: Mit dem Heidelberger Frühling – laut Walter, dem wichtigsten Musikfestival in Baden-Württemberg – ist „Szenen der Frühe“ entstanden. Im Mittelpunkt steht das Leben von Robert Schumann. Das Publikum werde, verspricht Walter, tief in die Psyche des an einer bipolaren Störung leidenden Komponisten geführt. Zu erleben sei eine „musikalische Seelenschau mit Tanz, Animation und szenischen Elementen“.

Dieses Konzert ist ebenso am 16. April zu erleben wie „Disco Disco“. Dabei handele es sich, so Walter, um eine „Disco-Oper, ein tanzbares Musiktheaterstück, bei dem das Publikum mittendrin ist in einer Party, die dann künstlerisch überhöht wird“. Solche etwas eigenwilligen Formulierungen sind Walter wichtig. Ein Geheimnis des Podium-Festival-Erfolgs sei es, dass man versuche, mit den Ankündigungen Menschen neugierig zu machen und in ihnen die Bereitschaft zu wecken, sich auf ungewöhnliche Erlebnisse einzulassen. Das soll auch in diesem Jahr gelingen.

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