Das Publikum hat vom 28. Juli an auf der Esslinger Burg wieder die Wahl. Filme genießen kann man entweder von der Liegewiese aus oder auf richtigen Stühlen. Foto: Horst Rudel

„Kino auf der Burg“ bietet nicht nur Blockbuster, sondern hat wieder viele anspruchsvolle Streifen im Programm.

Esslingen - Noch nie hat es auf der Esslinger Burg ein derart aktuelles Filmangebot gegeben. Denn vier der zehn Filme, die vom 28. Juli bis zum 6. August beim Freilicht-Filmfestival „Kino auf der Burg“ gezeigt werden, laufen auch in regulären Kinos erst kurz vor oder sogar während der Festival-Zeit an.

Seit Donnerstagabend steht das Programm endgültig fest. Monatelang hat eine 20-köpfige Findungskommission des Veranstalters, des Kommunalen Kinos Esslingen, Filme gesichtet und aus einer Vorauswahl von 50 Werken aus ganz unterschiedlichen Genres zehn Streifen ausgewählt. Diese bieten – wie man es vom Kino auf der Burg gewohnt ist – eine bunte Mischung aus Arthouse und Mainstream, aus Filmen für Jüngere, aber auch für die Generation 30-plus. In der außergewöhnlichen Umgebung der Burg haben die Besucher dabei die Wahl, wie sie die Filme erleben wollen: Denn die eine Hälfte des Freiluft-Areals ist bestuhlt, auf der anderen kann man seine Picknickdecke ausbreiten.

Derbe Späße und viel Arthouse

Los geht es am Donnerstag, 28. Juli, mit einer Komödie, über deren Qualität, so berichtet Stefan Hart – er leitet zusammen mit Sibylle Tejkl das Kommunale Kino Esslingen – intern heftig gestritten worden ist. Denn der Humor von „Fack Ju Göhte 2“ ist doch sehr derb. „Aber die Jüngeren lieben so etwas“, sagt Hart. Der erste Teil der deutschen Erfolgskomödie sei im vergangenen Jahr ein Publikumsrenner auch auf der Burg gewesen. Deshalb habe die Findungskommission nicht auf die voraussichtlich sichere Einnahme verzichten wollen.

Denn solche Blockbuster geben dem Kommunalen Kino die Möglichkeit, auch einige Filme ins Programm zu schmuggeln, die möglicherweise nicht ganz so populär sind, aber nach Meinung der Organisatoren ein großes Publikum verdient hätten. „Sing Street“, ein romantischer Musikfilm, der im Dublin der 1980-Jahre spielt, ist so ein Wagnis oder die belgische, reichlich absurde Tragikomödie „Das brandneue Testament“. Auch „Frühstück bei Monsieur Henri“ gehört zu diesen Eskapaden.

Dieser französische Film mit Claude Brasseur in der Hauptrolle zählt neben dem Animationsfilm „Ice Age 5“, der Verfilmung des Jojo-Moyes-Bestsellers „Ein ganzes halbes Jahr“, und „Zeit der Legenden“, der die Geschichte von Jesse Owens erzählt, zu den vier aktuellen Produktionen. Gerade das Werk über den mehrfachen Olympiasieger von Berlin 1936 liegt Stefan Hart besonders am Herzen: „Das ist großes Kino mit Spannung, historischem Hintergrund und Emotionen.“

Kerpelings „Ich bin dann mal weg“darf nicht fehlen

Auch dem Arthouse-Genre ist „Birnenkuchen mit Lavendel“ zuzurechnen. Allerdings scheint angesichts des Andrangs an den regulären Kinokassen für diese französisch-leichte Romanze das Wagnis ebenso begrenzt wie bei den restlichen Filmen: Zu sehen sind auch noch „Star Wars 7“ und die Verfilmung des Hape-Kerkeling-Selbstfindungsklassiker „Ich bin dann mal weg.“

Große organisatorische Veränderungen wird es in diesem Jahr nicht geben. Mit Dinkelacker ist ein weiterer Großsponsor hinzugekommen. Verfeinern will das Kommunale Kino den Online-Vorverkauf. Der offizielle Kartenvorverkauf beginnt in knapp vier Wochen: Vom 1. Juli an kann sich die große Fangemeinde von „Kino auf der Burg“ mit Tickets eindecken.

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