Zum Richtfest der Versandhalle gab es traditionell auch einen Richtkranz. Foto: factum/Bach

Der Motorsägenhersteller Stihl feiert die Fertigstellung des Rohbaus seiner neuen Versandhalle in Ludwigsburg. Doch das ist nur ein Baustein in dem 55 Millionen Euro teueren Großprojekt.

Ludwigsburg - Das ist ein Etappensieg. Der Rand des Puzzles ist fertig“, sagt Reiner Hahn. Er ist der Architekt der neuen Versandhalle des Stihl-Logistikzentrums an der Kammererstraße in Ludwigsburg und er vergleicht das 55 Millionen-Euro-Projekt mit einem Kinderspiel. Denn wie bei einem Puzzle habe man hier viele Einzelprojekte zusammenfügen müssen: zwei neue Hallen bauen, die Bestandsgebäude sanieren und modernisieren, einen Mitarbeiterparkplatz bauen – und das alles seit knapp einem Jahr bei laufendem Betrieb. „Das ist wie eine Operation am offenen Herzen“, sagt Georg Miehler, der Leiter der Vertriebslogistik.

An diesem Donnerstag feiert der Motorsägenhersteller das Richtfest zweier Neubauten auf dem Gelände von Werk 7 an der Kammererstraße. Das bedeutet: Rohbau und Dach von Versandhalle und Hochregallager sind fertig. Dazu gibt’s auch, wie die Tradition es will, einen Richtkranz mit Bändchen, die in knalligem Firmenorange im eiskalten Wind wehen. Da die Halle aber ein Flachdach aus Trapezblech hat, bleibt der Kranz erstmal am Kran hängen.

Die neuen Hallen sind nur ein Teil der Erweiterung

Die beiden neuen Hallen mit einer Fläche von 8000 Quadratmetern sind nur ein Teil der Erweiterung und Umstrukturierung des Logistikzentrums des Motorsägenherstellers aus Waiblingen, das nun mehr als 50 000 Quadratmeter Logistikfläche hat. Von hier aus werden alle Produkte des Mittelständlers in die Welt verschickt – in mehr als 160 Länder, wie es bei Stihl heißt. 55 Millionen Euro nimmt das Familienunternehmen für den Ausbau des Logistikzentrums in die Hand. Damit sollen auch die Bestandsgebäude auf den neuesten Stand gebracht werden. Automatisierung der Prozessabläufe ist das Stichwort. „Marktführer bleibt man in unserer Branche auf lange Sicht nur, wenn Schnelligkeit und Kosteneffizienz auch in der Logistik immer weiter erhöht werden“, sagt Nikolas Stihl, der Aufsichtsratsvorsitzende. Die Investition ist laut Stihl ein klares Bekenntnis zum Standort Ludwigsburg, der neben Waiblingen auch zum Stammsitz gezählt wird. „Sie sind und bleiben feste Eckpfeiler in der Stihl-Gruppe.“

Um seinen Job zu fürchten braucht bei der Stammbelegschaft bisher niemand: Es gibt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2020. Das Unternehmen geht davon aus, dass nach der Inbetriebnahme der neuen Logistikhallen Ende 2019 etwa 200 Mitarbeiter in Ludwigsburg beschäftigt sein werden – und damit etwa genau so viele wie derzeit. Eventuell werde es auch einen „leichten Aufbau“ geben, wie der Logistikchef Georg Miehler sagt.

Unklar ist, was mit Werk 5 passiert

Noch unklar ist die Zukunft von Werk 5. Mehr als 100 Mitarbeiter von dort sind bereits in ein neues Produktionslager in Waiblingenumgezogen, die restlichen 50 sollen in Werk 7 weiterarbeiten. Während der Restrukturierung von Werk 7 dient Werk 5 zudem als Ausweichlager für den Vertrieb. Ob Stihl das Gelände an der Mörikestraße im Anschluss verkauft oder selbst weiter benötigt, ist noch nicht klar.

Eine Verzögerung hat es bei den Bauarbeiten gegeben: Weil die Hallen von Werk 5 nicht rechtzeitig als Ausweichlager zur Verfügung standen, ist nun der Plan, mit der Runderneuerung von Werk 7 Ende 2019 fertig zu werden. Ursprünglich wollte man Anfang 2019 in Betrieb gehen.

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