Nach über drei Monaten hat die Kripo einen Überfall auf ein Spielcasino in Stuttgart geklärt. Foto: dpa

Ein brutaler Raubüberfall auf ein Spielcasino in der Stuttgarter Innenstadt ist nach über drei Monaten nun doch geklärt worden. Mit überraschenden Erkenntnissen.

Stuttgart - Dramatischer kann ein Überfall kaum ablaufen: Ein maskierter Täter dringt in ein Spielcasino ein, hält einem Gast ein Messer an den Hals, will von der Angestellten das Geld aus der Kasse. Dann kommt es zu einem Handgemenge, der Räuber flüchtet ohne Beute. Der Gast und die Mitarbeiterin bleiben leicht verletzt zurück. Nach Monaten hat die Kripo den Fall geklärt – und der hält noch eine Überraschung bereit.

Der Fall spielte sich am 11. Juni in der Eberhardstraße in der Innenstadt ab. Die Uhr zeigte 7.20 Uhr, als ein Mann, das Gesicht mit einem Damennylonstrumpf maskiert, die Geschäftsräume betrat. Er zückte ein Messer, ging auf einen 46-jährigen Gast zu und setzte ihm die Klinge an den Hals. Gleichzeitig forderte er die 31-jährige Angestellte des Spielcasinos auf, ihm das Bargeld rauszugeben. Doch dann lief für den Täter alles schief. Plötzlich kam es zu einem Gerangel zwischen ihm, dem Gast und der Mitarbeiterin. Es wurde nichts mit der Beute – der Räuber musste flüchten.

Die Spur führt schließlich nach Bad Cannstatt

Die Polizei fahndete nach einem muskulösen Mann mit hellbraunen Haaren und Vollbart, mit blauem T-Shirt mit Vogelaufdruck, Jeanshose mit Loch im rechten Knie, mit weißen Sneakern. Doch von ihm fehlte jede Spur.

Fast jede Spur jedenfalls. Nach mehr als drei Monaten jedenfalls nahm das Raubdezernat der Kripo einen 24-Jährigen ins Visier. In Bad Cannstatt klickten die Handschellen. Doch dabei blieb es nicht. Der Tatverdächtige hatte nämlich noch einen Komplizen, wie die Ermittlungen ergaben. Der 46-jährige Gast steckte mit dem Räuber unter einer Decke – der Angriff auf ihn war nur inszeniert. Es kann halt nicht immer so laufen wie im Kino – in der Ganoven-Komödie „Der Clou“ von 1974 etwa, wo Trickbetrüger ein Verbrechen in einem Wettbüro inszenieren. Da war aber auch das Wettbüro reine Kulisse.

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