Die 26-jährige Feuerbacherin nahm erfolgreich an den ersten Weltmeisterschaften im sogenannten Berg- und Trailrunning in Thailand teil. Die begeisterte Läuferin, die in Zürich lebt, reizen die Natur und die unterschiedlichen Streckenprofile.
In ihrer Kindheit rannte Hanna Gröber begeistert dem Fußball hinterher, spielte beim FV Zuffenhausen und TSV Münchingen. Mit 16 Jahren begann die Feuerbacherin mit dem Laufen und läuft heute noch mit großer Begeisterung. Welche Disziplinen und Distanzen – egal. Anfang November startete die 26-Jährige, die mittlerweile in Zürich lebt, erfolgreich für Deutschland bei den ersten Weltmeisterschaften im Berg- und Trail-Running im thailändischen Chiang Mai.
Mit harter Arbeit fehlendes Talent wettzumachen, das begeistert Hanna Gröber auch am Laufen. „Ich würde mich nicht als talentiert bezeichnen, in Jugendjahren war ich weit weg von irgendwelchen Kadernormen“, sagt Gröber, die molekulare Medizin studiert hat und derzeit im Bereich Immunologie promoviert. Mit viel Fleiß und Willen qualifizierte sie sich unter anderem mehrmals für die deutschen Meisterschaften über die 3000-Meter-Hindernis, hatte als beste Platzierung im Jahr 2020 Rang sechs.
Die Freude am sportlichen Treiben in der Natur bekam die Feuerbacherin, die für den MTV Stuttgart startete, aktuell das Trikot des LAV Stadtwerke Tübingen und in der Schweiz das der TG Hütten trägt, durch ihren Aufenthalt in den USA. Der Cross-Country-Lauf, sozusagen über Stock und Stein und über eine Distanz um die fünf Kilometer, erfreue sich an den Universitäten großer Beliebtheit und habe ihr von den ersten Metern an riesigen Spaß gemacht.
Ein Mix aus vielen Disziplinen
Eine weitere Variante in reizvoller Natur, die die 26-Jährige mittlerweile für sich entdeckt hat, sind Berg- und Trailläufe. Sie liebt die Auf und Abs, reizt dabei die mentale Herausforderung – „die Konzentration und Risikobereitschaft beim Bergabrennen“ – sowie die enorme physische Belastung, wenn „es hoch geht“. Außerdem sei Berglaufen ein Mix aus verschiedenen Disziplinen. Baumstämme, Flüsse und Felsen zu überwinden, ähnle den 3000-m-Hindernis, die Ausdauerbelastung und erforderliche Zähigkeit sei vergleichbar mit Halbmarathon, die unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und Tempowechsel den Crossrennen.
Bei den Weltmeisterschaften in Thailand, für die sie sich das Ticket durch den Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft sicherte, führte die Strecke durch den Dschungel, weitestgehend auf kleinen Singletrails, über Wurzeln, kleine Bachläufe und loses Geröll. Grundtendenz: „Sehr steil und wenig flach“, sagt Gröber, die gerne klassische Musik wie Mendelssohn, Bartholdy, Beethoven und Bach hört, lachend. Sie startete in der Disziplin „uphill“ (8,5 Kilometer, 1021 Höhenmeter) – also nur bergauf – sowie bergauf und bergab über 10,7 Kilometer. Beim ersten Wettkampfe landete sie mit einer Zeit von 59:27 Minuten auf Platz zehn, ein starker siebter Platz in 50:49 Minuten sprang im zweiten Wettkampf heraus, womit sie viertbeste Europäerin war. Siegerinnen wurden die US-Amerikanerin Allie McLaughlin in 55:15 Minuten beziehungsweise Rebecca Cheptegei aus Uganda in 46:25 Minuten.
Hohe Luftfeuchtigkeit und tropische Hitze
„Es war eine tolle Erfahrung, unheimlich abwechslungsreich und dass ich zwei Top-Ten-Platzierungen geholt habe, hätte ich im Vorfeld nicht gedacht.“ Mitentscheidend dafür sei sicherlich auch die frühe Anreise gewesen. Denn an die hohe Luftfeuchtigkeit und die tropische Hitze habe man sich als Europäer einfach gewöhnen müssen, eine Akklimatisierung sei goldwert.
Die Natur und das Klima bei den nächsten Weltmeisterschaften im Berg- und Trailrunning werden indes für Hanna Gröber vertraut sein, ähneln diese denen der Schweiz doch sehr. Das österreichische Innsbruck ist vom 6. bis 9. Juni 2023 Austragungsort der WM. Hanna Gröber möchte bei den Auf und Abs in der Natur wieder dabei sein und versuchen, „im Teamwettbewerb eine Medaille zu holen“.