Erdbeerpflanzen in Gummistiefeln und jede Menge Wissenswertes rund um die Erdbeere: in Waiblingen hat der ungewöhnliche Themenmarkt „Erdbeerliebe“ stattgefunden.
Eine ganze Innenstadt im Zeichen der Erdbeere: Wer am Samstag durch die Waiblinger Altstadt schlenderte, kam um die im Schwäbischen auch Breschdling genannte Sammelnussfrucht nicht herum. Viele Marktbeschicker hatten sich spezielle Angebote rund um die Erdbeere ausgedacht. Für kleine Besucher zum Beispiel lockte ein Glücksrad; und wer an einem der Stände oder bei teilnehmenden Geschäften in der Innenstadt einkaufte, bekam einen Erdbeerstempel – mit dem sich dann wiederum ein Glitzertattoo einlösen ließ.
Lambada-Erdbeeren sollten rasch gegessen werden
Der Themenmarkt „Erdbeerliebe“ hat nach der Remstal-Gartenschau 2019 zum zweiten Mal stattgefunden und sollte helfen, den Waiblinger Wochenmarkt zu beleben. Zumindest am Vormittag funktionierte dies ganz gut, besonders um die Mittagszeit hätte die Nachfrage jedoch durchaus größer sein können. Und eine eigentlich geplante Genusstour über den Markt, wie sie im Herbst beim „Herbstgeflüster“ gut angekommen war, musste wegen des Mangels an Voranmeldungen abgesagt werden.
Die Besucher des Erdbeermarkts konnten die süßen Früchtchen nicht nur probieren, sondern auch allerhand Wissenswertes über Erdbeeren erfahren. Etwa, dass sich die Sorte Clery bestens für Torten und Kuchen eignet und die eigentlich hervorragend schmeckende Lambada rasch verzehrt werden sollte, da ihr Aroma rasch verloren geht. Die am spätesten reifende Erdbeersorte, so war am Stand des Hofmarkts Schmid zu lernen, hört auf den klangvollen Namen Malwina und eignet sich besonders gut zur Herstellung von Marmelade.
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Dem Waiblinger Gartenbauer und Grünen-Kreisrat Frieder Bayer blieb derweil unter den Arkaden des Alten Rathauses nicht nur Zeit für ein Schwätzchen. Zu ihm konnten Kinder alte Gummistiefel bringen, der gut zwei Meter große Mann half ihnen dann, diese mit Erde zu befüllen und den Stiefeln ein neues Leben als Erdbeertopf zu schenken. Bayer ist selbst bekennender Erdbeerfan: „Ich sammle verschiedene Erdbeersorten“, erzählte er. So gebe es zum Beispiel indische Erdbeeren mit kleinen, weißen Früchten oder auch bodendeckende Erdbeerwiesen mit der Sorte Florika, einer Kreuzung aus Wald- und Gartenerdbeere.
Fast in Vergessenheit geraten sei dagegen die Moschuserdbeere: „Dabei war sie noch bis zum Zweiten Weltkrieg die Hauptertragssorte in Deutschland“, sagte Bayer. Die Beeren mit einem recht zimtartigen Geschmack sei jedoch allmählich ersetzt worden. Der Grund war vor allem die Wirtschaftlichkeit. Denn andere Sorten tragen größere und mehr Früchte bei weniger Zuchtaufwand.
Getrocknete Beeren ins Müsli oder zum Salat
Für Liebhaber von kräftigen Erdbeeraroma hat Bayer einen weiteren Tipp: „Erdbeeren eignen sich hervorragend zum Trocknen. Entweder in einem Obsttrockner oder notfalls im Backofen.“ Die auf diese Weise behandelten Fruchtscheibchen würden nicht nur haltbarer – „sondern sie sind auch äußerst geschmacksintensiv“, schwärmt Bayer. Die getrockneten Beerenstückchen eigneten sich dann zum Beispiel als Müslizutat oder als Salattopping.
Ein süßer Liebling – was man über die Erdbeere wissen sollte
Nüsse
Wenn man es genau nimmt, sind Erdbeeren gar keine Beeren: Sie gehören zur Familie der Rosengewächse und zählen zu den Sammelnussfrüchten, wie beispielsweise auch die Hagebutten. Das rote Fruchtfleisch ist eine sogenannte Scheinfrucht – die kleinen Körner an der Oberfläche sind die eigentlichen Früchte.
Gesund
Eine Portion von 100 Gramm Erdbeeren hat nur 37 Kalorien. Dafür enthalten die Früchte viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien. So enthalten Erdbeeren beispielsweise sogar mehr Ascorbinsäure (Vitamin C) als Zitronen und Orangen.
Zahlen
Im Jahr 2021 wurden in Deutschland rund 152 000 Tonnen Erdbeeren geerntet. Das mag viel klingen – Weltmarktführer ist aber China mit 3,3 Millionen Tonnen Erdbeerernte. Die schwerste einzelne Erdbeere der Welt wurde 2021 in Israel geerntet. Die Wuchtbrumme wog mit 289 Gramm fünfmal so viel wie eine normale Erdbeere.