Die Einwohner der Stadt Kohat in Pakistan stehen vor den Trümmern ihrer Häuser. Foto: dpa

Nach dem schweren Erdbeben in der Hindukusch-Region ist die Zahl der Todesopfer auf über 300 gestiegen. Allein in Pakistan kamen nach Angaben der Behörden am Montag mehr als 230 Menschen ums Leben, es gab Hunderte Verletzte.

Neu-Delhi/Islamabad - Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben im Hindukusch ist am Dienstag auf mindestens 311 gestiegen. In Pakistan starben nach amtlichen Angaben 237, in Afghanistan 74 Menschen. In seinem Land habe es zudem 266 Verletzte gegeben, teilte der afghanische Katastrophenschutzminister Wais Ahmad Barmak mit.

Das Erdbeben der Stärke 7,5 hat durch Erdrutsche und Steinlawinen viele Zufahrtsstraßen ins Gebirge blockiert. Die pakistanischen Behörden teilten mit, die Streitkräfte versorgten mit Hubschraubern die Überlebenden, hätten aber Probleme, entlegene Bergregionen zu erreichen. Tausende seien obdachlos geworden. Zudem helfe das Militär bei der Reparatur unterbrochener Kommunikationsleitungen.

Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte in der nordafghanischen Provinz Badachschan im Hindukuschgebirge in einer Tiefe von 213 Kilometern und 73 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Fajsabad. Der afghanische Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah sagte, das Beben sei das stärkste seit Jahrzehnten. Er warnte vor Nachbeben.

In der afghanischen Provinz Tachar wurden zwölf Schulmädchen in einer Massenpanik zu Tode getrampelt. Sie hatten versucht, sich aus ihrem Schulgebäude in Sicherheit zu bringen, wie die Provinzregierung mitteilte. 42 weitere Schülerinnen wurden in ein Krankenhaus der Provinzhauptstadt Talukan gebracht. In Kabul verursachte das Erdbeben Stromausfälle.

Vor allem der Nordwesten Pakistans bekam die Naturkatastrophe zu spüren, darunter die Provinz Khyber Pakhtunkhwa. In der Gegend seien fast 2000 Häuser durch das Beben zerstört worden, sagte der Beamte Amir Afaq am Dienstag. In die Gegend würden Zelte, Medizin und andere Versorgungsgüter gebracht. Auch in der an Afghanistan grenzenden Stammesregion Bajur gab es viele Opfer. Viele Menschen wurden beim Einsturz von Häusern getötet oder verletzt, wie Behörden mitteilten.

Die USA boten ihre in ganz Afghanistan zerstreuten Notunterkünfte und Versorgungsgüter zur Nutzung für Opfer an. Washington habe bereits mit Verantwortlichen in Afghanistan und Pakistan Kontakt aufgenommen und sei zu weiterer Unterstützung bereit, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest.

Die Erschütterungen waren auch in Neu Delhi und Islamabad zu spüren. In der pakistanischen Hauptstadt schwankten Bürogebäude.

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