Enttäuschung für Göppinger Kinder Awo-Waldheim muss ausfallen

Von Corinna Meinke 

„Ab in den Dschungel“ lautet das Motto der 22. Eislinger Waldwunderwochen, wo sich in den beiden ersten Ferienwochen gerade 140 Kinder tummeln. Foto: Horst Rudel
„Ab in den Dschungel“ lautet das Motto der 22. Eislinger Waldwunderwochen, wo sich in den beiden ersten Ferienwochen gerade 140 Kinder tummeln. Foto: Horst Rudel

Kinder-Ferienspaß seit fast 60 Jahren: Das Awo-Waldheim zählt zu den Göppinger Klassikern – doch dieses Jahr fällt die beliebte Stadtranderholung einfach aus.

Kreis Göppingen - Für rund 50 Kinder aus dem Kreis Göppingen haben die Sommerferien mit einer dicken Enttäuschung begonnen: Die beliebte und gut besuchte traditionelle Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Göppingen-Jebenhausen kann nicht stattfinden. Denn offenbar löst sich der Freie Kindergarten Göppingen gerade auf, auf dessen Gelände die Stadtranderholung seit vielen Jahren angesiedelt ist. Dass der Bedarf an solchen Ferienangeboten groß ist, zeigen die übrigen Klassiker wie das Göppinger Waldheim und das Abenteuerdorf des Geislinger Stadtjugendrings: Sie sind auch in diesem Jahr wieder überbucht. Bereits auf vollen Touren laufen die Eislinger Waldwunderwochen, die bei Mädchen und Buben beliebt sind.

Viele Familien sind verärgert worden

„Das ist richtig blöd gelaufen“, kommentiert der Awo-Geschäftsführer Jürgen Hamann die aktuelle Entwicklung. Ganz überraschend habe er im Juni erfahren, dass sich der Vereinsvorstand des Freien Kindergartens Göppingen auflöst und der Kindergarten abgewickelt werde. Und da die Zukunft des Gebäudes noch unklar sei, habe der Awo-Kreisverband die Stadtranderholung absagen müssen. Damit habe man  die betroffenen Familien verärgert, darunter viele Stammgäste, die ihre Urlaubsplanung schon lange im voraus auf die Stadtranderholung im Awo-Waldheim abgestimmt hätten.

Das Awo-Waldheim ist ein Klassiker unter den Ferienangeboten in Göppingen. In der Stadtranderholung sind Kinder im Grundschulalter bisher jeweils zwei Wochen lang versorgt worden. Kleinbusse holten die Mädchen und Jungen morgens zuhause ab und brachten sie gegen Abend zurück. Der Einzugsbereich des Awo-Waldheims reicht von Göppingen über Salach bis nach Uhingen.

Kinder-Ferienspaß seit fast 60 Jahren

Zusammen mit dem Waldheim des CVJM im Göppinger Oberholz gehört die Awo-Stadtranderholung mit einer fast 60-jährigen Geschichte zu den ältesten Ferienbetreuungsangeboten in der Stadt. „Spiele, Bewegung und Abenteuer in der Natur erleben“, unter diesem Motto warb die Awo bisher für Erholung auf dem großzügigen, waldnahen Gelände, zu dem auch eine große Wiese gehört. Mit dem nahen Bach und gut erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten sei dieser Standort ideal, sagt Hamann. „Ich wüsste nicht, wo wir die Stadtranderholung sonst anbieten sollten“, erklärt der Awo-Geschäftsführer. Bis zum Redaktionsschluss war vom Vorstand des Freien Kindergartens zu der Entwicklung keine Stellungnahme zu erhalten.

Seit 1972 fand der als Elterninitiative gegründete Freie Kindergarten in dem von der Awo auf städtischem Grund erstellten Waldheim Unterschlupf. Das Pachtverhältnis ging von der Awo auf den Verein über. Die Awo nutzte die Anlage jeweils in den Sommerferienwochen als Gast weiter.

In Geislingen entscheidet das Los über die Teilnahme

Auch bei Rebecca Zabel, der Jugendkoordinatorin der Stadt Göppingen, hatten sich nach der Absage der Stadtranderholung verzweifelte Eltern gemeldet, die eine Betreuung für ihre Kinder suchten. Sie habe die Familien teils an andere Veranstalter vermitteln können, beispielsweise auch in Nachbarkommunen. Einzelne freie Plätze seien noch bei der Ferienbetreuung an den Göppinger Grundschulen zu finden.

Die besonders beliebten Ferienangebote wie die Spielstadt Rainbow City des Kreisjugendrings in Rechberghausen, das Abenteuerdorf des Stadtjugendrings Geislingen und die Eislinger Waldwunderwochen mit ihrem attraktiven Hüttenbauprogramm sind meist in kürzester Zeit ausgebucht. In Geislingen erfolgt die Platzverteilung per Los, und beim Göppinger Waldheim haben nur die Acht- bis Zwölfjährigen gute Chance auf eine Teilnahme. Weil meist mehr Anmeldungen eingehen, haben auch dieses Jahr wieder jüngere und ältere Jahrgänge eine Absage erhalten.

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