Hartmut Holzwarth stößt mit Weinkönigin Carolin Häußer auf deren ehrenvolles Amt an. Foto: Gottfried Stoppel

„Wir freuen uns unheimlich auf Sie“, sagt Winnendens OB Hartmut Holzwarth beim Empfang im Rathaus zur frisch gekrönten Carolin Häußer. Der Wein- und Kulturverein steuert praktische Utensilien fürs Königinnen-Dasein bei.

Oben im Teilort Bürg hat der Winnender Oberbürgermeister am späten Donnerstagabend davon erfahren, dass die neue Württemberger Weinkönigin aus Winnenden kommt. „Die Caro isch’s“ habe es in aller Begeisterung durchs Treffen der Lions-Freunde geschallt, berichtet Hartmut Holzwarth beim Sektempfang für die frisch gekrönte Weinmajestät im Rathaus.

 

Der passende Sekt steht parat Zum Anstoßen auf den Erfolg der 27-Jährigen bei der Krönungsgala des Weinbauverbands Württemberg in Pfedelbach (Hohenlohekreis) hat der Winnender Wein-und Kulturverein (WWKV) gleich den absolut passenden Sekt für die Feier der frisch gebackenen Weinkönigin Caro parat gestellt: Der 2019 Weißburgunder Sekt ist eine Spezialabfüllung des Weinguts Häußer für den WWKV. Klar sei der für diesen Anlass geeignet, sagte die vom jubelnden Winnender Weinvolk Empfangene – und absolvierte gleich die obligatorische Probenansprache, wie es sich fürs neue Amt gebührt. Und dies mit der Zusatzinformation: „Den habe ich selbst mindestens 30 Mal umgedreht.“

Ein fester Teil von Winnenden Sie wohne in Großaspach, sei aber nach wie vor nicht nur wegen des Engagements im Familienweingut Häußer in Höfen ein „fester Bestandteil der kommunalen Gemeinschaft“, sagte OB Holzwarth über Carolin Häußer. Die Jahre im Jugendgemeinderat und der Einsatz beim DRK seien nur ein Teil dessen, was die Weinkönigin für Winnenden bedeute. „Es ist schon richtig schwierig, mit Ihnen Termine zu machen“, sagte der OB beim Anstoßen. „Seit heute sind Sie ja nur noch über eine Agentur zu buchen.“

Die wichtigen Termine für Winnenden sind aber schon abgesprochen. Beim Neujahrsempfang am 14. Januar wird Königin Caro dabei sein und bei anderen weinaffinen Winnender Events. Eines sei klar, so Holzwarth: „Wir freuen uns unheimlich auf Sie.“

Starke Konkurrenz bei der Gala In Pfedelbach hatte sich Caroline Häußer, die unter anderem in Heilbronn ein Hochschulstudium in Internationalem Weinmanagement absolviert hat, Ende vergangener Woche im Votum einer 30-köpfigen Jury gegen vier starke Konkurrentinnen durchgesetzt. Zwei von ihnen werden für das kommende Jahr ihre Württembergischen Weinprinzessinnen sein.

Mit Birthe Meseke (24) aus Uhlbach und Lisa-Marie Blatt (25) aus Brackenheim (Kreis Heilbronn) habe sie bereits den gesamten Montag verbracht, berichtete die frisch gekrönte Weinkönigin. Nach einigen offiziellen Terminen etwa für Autoübergabe – die Königin fährt nun einen A1 – und bei Stylisten und Ausstattern, seien sie am Abend gemütlich zusammen in einem Besen in Löwenstein gesessen, um sich richtig kennen zu lernen. Die Weinkönigin freut sich schon auf die künftige Zusammenarbeit mit den beiden bei allerlei Repräsentationsterminen: „Das Team wird super funktionieren“, ist Carolin Häußer sich sicher.

Ersatzkrone mit Blinklicht Eine Art Amtshandlung hat es spontan im Winnender Rathaus auch noch gegeben. Der Wein- und Kulturverein hat Caroline Häußer zum Ehrenmitglied ernannt und ihr bei dieser Gelegenheit ein Täschchen mit allerlei hilfreichen Utensilien fürs Dasein als Weinkönigin überreicht. Mit dabei: eine Ersatzkrone mit rotem Blinklicht.

Weinköniginnen aus dem Remstal Caroline Häußer ist zwar die erste Winnender Weinkönigin. Eine ihrer Vorgängerinnen lebt aber auch in der Stadt. In der Liste der Weinmajestäten Württembergs steht Anja Luckert für ihre Amtsperiode 1995 bis 1996 allerdings noch als Anja Mayer aus Schorndorf. Den Winnender OB freut es allemal: „Jetzt haben wir hier eine echte und eine unechte Winnender Weinkönigin.“

Im Rems-Murr-Kreis finden sich überdies noch weitere Vorgängerinnen. Die erste war mit Amtszeit 1988/89 Annerose Volzer, später Tschürtz, aus Fellbach. 1990 bis 1991 hatte Birgit Oesterle aus Weinstadt-Schnait das Amt inne. Die direkte Vorgängerin von Anja Luckert war 1994/95 Christina Häußermann aus Fellbach. Und mit Maren Schlitter durfte sich 1997/98 schon wieder eine Fellbacherin die Krone aufsetzen lassen. Christl Schäfer, ebenfalls aus Fellbach, wurde 2008 nicht nur zur Württembergischen Weinkönigin gewählt, sondern ein Jahr später auch noch zur Deutschen Weinprinzessin.

Zudem gab es vom ersten Jahr der Krönungen an – 1950 – noch fünf Weinmajestäten aus Stuttgart. Aus der Landeshauptstadt kam vor gut 70 Jahren auch die allererste Württemberger Weinkönigin: Martha Gohl, später mit Nachnamen Knobloch.

Die Prinzessinnen an der Seite von Carolin Häußer

Birthe Meseke
 (24) aus Stuttgart schlug direkt nach dem Abitur den Weg in die Weinwirtschaft ein und absolvierte eine Ausbildung zur Winzerin. Seit dem erfolgreich abgeschlossenen Studium zum Bachelor of Science Weinbau und Oenologie in Geisenheim ist sie beim Weingut der Stadt Stuttgart für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Im neuen Amt, so hat sie angekündigt, freue sie sich „auf den regen Austausch mit den Winzern, um so die Württemberger Weine bestmöglich zu repräsentieren“.

Lisa-Marie Blatt
 (25) aus Brackenheim wurde der Weinbau in ihrer Weingärtnerfamilie in die Wiege gelegt. Im Juli schloss sie an der Hochschule Geisenheim ebenfalls ihr Bachelor-Studium ab und vertiefte ihr praktisches Wissen in Praktika. In Kalifornien, sagt sie, lernte sie den Charme der Heimat und seiner Weine neu kennen. Sie will ein Bindeglied sein zwischen Weinerzeugern und Weintrinkern und einem breiten Publikum Qualität und Vielfalt der Württemberger Weine nahe bringen.