Eislingen hat zwei Jugendhäuser – eines davon zieht jetzt um. Foto: Pascal Thiel

Am neuen Standort in der Eislinger Bahnhofstraße 10 gibt es mehr Platz für Aktivitäten. Die Jugendlichen sollen beim Umbau mit anpacken.

Eislingen - Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Stadt Eislingen mit dem geplanten Umzug des Jugendhauses Nonstop in die Bahnhofstraße 10. Zum einen weicht die Einrichtung, die zurzeit noch im Bahnhofszentrum wenige Meter entfernt vom neuen Standort logiert, einem Fahrradparkhaus, das dort im Zug des geplanten Ausbaus zu einem Mobilitätspunkt entstehen soll. Außerdem geht für die Jugendlichen ein lange gehegter Traum in Erfüllung. Sie bekommen für ihre Aktivitäten deutlich mehr Platz. Angesichts dieser Vorteile gab der Gemeinderat dem Projekt geschlossen seinen Segen und beauftragte die Stadtverwaltung, mit dem Eigentümer des Gebäudes einen entsprechenden Mietvertrag abzuschließen.

Räume im Bahnhof zu klein

Als einen „vollen Gewinn“ bezeichnete Hänsi Weiß, der Leiter des Jugendhauses, den beabsichtigten Umzug. Es gebe nicht nur 100 Quadratmeter mehr Fläche, sondern auch ein zwar kleines, aber feines Außengelände. Da das neue Domizil in einem Gebäude der früheren Firma Holz-Koch, das die Stadt für 1250 Euro pro Monat anmietet, ganz in der Nähe des Bahnhofs sei, sieht er den geplanten Standortwechsel als völlig unproblematisch an. Ohnehin seien die Räume im Bahnhof mit der Zeit zu klein geworden, weil das Jugendhaus in den vergangenen Jahren einen wachsenden Zulauf verzeichnet habe. „Wir haben mittlerweile etwa 60 Stammgäste, ein Drittel davon sind Mädchen.“

Darauf ist er besonders stolz, denn als er im Jahr 2012 die Einrichtung übernommen hatte, war kein einziges Mädchen unter den Besuchern. „Die trauten sich anfangs überhaupt nicht rein, weil wir eine recht krasse Jungsclique hatten.“ In der Bahnhofstraße 10 sind für die Mädchen nun sogar eigene Räume vorgesehen.

Inklusion soll gefördert werden

Nachdem der Gemeinderat grünes Licht gegeben hat, soll nun sofort in die konkrete Planung eingestiegen werden. Hänsi Weiß will auch so schnell wie möglich mit den Nachbarn Kontakt aufnehmen. Bei den erforderlichen Umbauten sollen die Jugendlichen mit Hand anlegen. „Den Umzug sehen wir als ein Projekt an“, erklärte der Oberbürgermeister Klaus Heininger im Gemeinderat. Dafür will die Stadt auch einen Zuschuss aus dem Programm nichtinvestive Städtebauförderung beantragen. Elektroinstallationen, Sanitäranlagen und auch die Deckenkonstruktion müssten allerdings Fachleuten überlassen werden, so der Jugendhausleiter. 60 000 Euro hat die Kommune für die Umgestaltung des ehemaligen Firmengebäudes bereitgestellt.

Dass die Jugendlichen eingebunden werden, sieht Weiß als einen Vorteil an. Beabsichtigt seien während der Umbauphase mehrere Projekte. So sollen die Jugendlichen daran teilhaben, aber auch die Inklusion solle gefördert werden. „Wir wollen das barrierefrei machen und eine Rampe für Rollstuhlfahrer bauen.“ Hänsi Weiß ist davon überzeugt, dass die Eigeninitiative bei der Gestaltung auch Vandalismus vorbeugt. „Wenn die Jugendlichen selbst etwas gemacht haben, dann passen sie auch besser darauf auf.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: