Eislingen Ein etwas anderer Rosenmontagsumzug

Von Karen Schnebeck 

Der Jugendhausleiter Hänsi Weiß und seine Helfer schleppen einen Tischkicker in das neue Domizil neben der Alten Post. Foto: Horst Rudel
Der Jugendhausleiter Hänsi Weiß und seine Helfer schleppen einen Tischkicker in das neue Domizil neben der Alten Post. Foto: Horst Rudel

Jugendliche und Sozialarbeiter nutzen die Faschingsferien, um Möbel aus dem Jugendhaus Nonstop in ihr neues Domizil am Bahnhof zu schleppen.

Eislingen - Es ist wohl der längste Rosenmontagsumzug mit den wenigsten Teilnehmern weit und breit: Der Umzug des Jugendhauses Nonstop in Eislingen an seinen neuen Standort. Am Montag um 12 Uhr ist ein knappes Dutzend Jugendlicher am alten Domizil im Bahnhofsgebäude angetreten, um mit dem Jugendhausleiter Hänsi Weiß Sofas, Küchenutensilien, Billardtisch und andere Einrichtungsgegenstände ins 150 Meter entfernte neue Gebäude zu tragen. Das Grüppchen ist zwar klein, Weiß macht sich deswegen allerdings keine Sorgen: „Das werden im Lauf des Tages immer mehr Jugendliche.“

Bahnhofsgebäude wird umgebaut

Wie berichtet müssen die Jugendlichen das Bahnhofsgebäude räumen, weil es zu einer Mobilitätszentrale umgebaut werden soll. Dort wo sich bisher Teenager trafen und zusammen Musik machten, Tischkicker spielten oder einfach Zeit zusammen verbrachten, sollen in Zukunft Fahrräder geparkt und verliehen werden.

Den Jugendlichen fällt der Abschied nicht schwer. Sie bekommen in einem nur 150 Meter entfernten früheren Ausstellungsgebäude der Holzwerke Koch neben der Alten Post neue und größere Räume. In den vergangenen Monaten haben die Jugendlichen bereits bei den Vorbereitungen mit angepackt. „Wir haben zusammen Wände herausgerissen und den Grundriss für unsere Bedürfnisse angepasst“, berichtet Weiß. Die Jugendlichen sollen an der Gestaltung des neuen Nonstop so viel wie möglich beteiligt werden. Denn „wenn man etwas selbst mitgestaltet hat, passt man auch besser darauf auf“, sagt Weiß.

Die Einweihung steht in etwa vier Wochen an

Diese Philosophie zieht sich durch bis hin zur Finanzierung. Weil das neue Jugendhaus im Sanierungsgebiet Bahnhof liegt, konnte die Stadt für die Umgestaltung beim Land nicht-investive Städtebaufördermittel beantragen. Mit dem neuen Programm werden soziale Projekte in Sanierungsgebieten gefördert, die über den reinen Städtebau hinausweisen. Insgesamt stehen für das Nonstop 100 000 Euro bereit, die in den kommenden Jahren für Projekte mit den Jugendlichen abgerufen werden sollen, wie der Bürgermeister Klaus Heininger berichtet.

So wollen die Jugendlichen etwa gemeinsam eine behindertengerechte Rampe am Eingang bauen, im Rahmen der Mädchenarbeit soll eine eigene Mädchenecke gestaltet werden und schon jetzt sind die Jugendlichen am Umbau der Räume und am Umzug beteiligt. Dieser soll noch die ganze Woche dauern, danach ist geplant, die neuen Räume einzurichten und – unter anderem mit Graffiti – zu verschönern. In etwa vier Wochen soll dann ein großes Einweihungsfest gefeiert werden, der genaue Termin steht noch nicht fest.

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