Beim vergangenen Match hatten die Stuttgarter Grund zur Freude. Mal sehen, wie es dieses Mal ausgeht beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Noch ist alles offen. Doch Torjäger Alexander Meier wäre aufgrund der Frankfurter Auswärtsschwäche schon mit einem Punkt beim VfB Stuttgart zufrieden.

Frankfurt - „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten Fans der Frankfurter Eintracht nach dem 4:0-Erfolg am vergangenen Samstag gegen den SC Paderborn. Es war im eigenen Stadion. „Als ich das gehört habe, musste ich schmunzeln, denn wir wissen ja, was auswärts meist bei uns los war“, sagt Alexander Meier. Er spielt darauf an, dass sein Team in der Fremde zuletzt in sechs Spielen nur zwei Zähler holte und bei den Niederlagen in Freiburg (1:4), Mainz (1:3) und Köln (2:4) der ideale Aufbaugegner für die Abstiegskandidaten war.

„Ich hoffe, dass wir in Stuttgart wenigstens einen Punkt holen“, sagt Ligatorschützenkönig Meier in Anbetracht der Auswärtsschwäche, die zusammen mit den Abwehrdefiziten dafür verantwortlich ist, dass die Hessen noch zwei Punkte Rückstand auf den vermeintlichen Europa-League-Platz sieben haben.

Den letzten Auswärtssieg errang das Team am 22. November 2014 in Mönchengladbach (3:1), womit der Eintracht mit dem überraschenden Erfolg nach zuvor fünf Niederlagen inklusive des denkwürdigen 4:5 gegen den VfB und dem Pokal-Aus gegen Gladbach (1:2) die Wende gelang. Zuvor hatten sich die Spieler dafür ausgesprochen, wie zuvor unter Armin Veh die Gegner früher zu attackieren, dem der neue Trainer Thomas Schaaf zustimmte.

Die Fans träumen von Europa-League-Spielen

Nach dem Absturz auf Rang zwölf war erste Kritik am Ex-Bremer laut geworden. Diese hält sich mittlerweile in Grenzen, da den Anhängern der spektakuläre Fußball ihres zuletzt in sieben Heimspielen ungeschlagenen Teams gefällt und selbst Vorstandschef Heribert Bruchhagen („Stuttgart darf man noch nicht abschreiben“) glaubt, dass die Eintracht bei elf Punkten Vorsprung auf den Tabellen-16. Paderborn „mit dem Abstieg gar nichts mehr zu tun hat“ – während die ­begeisterungsfähigen Fans von Europa-League-Spielen wie in der vergangenen Saison träumen.

An deren Ende standen die Frankfurter nur auf Rang 13, während sie sich nun wieder nach oben gearbeitet haben. „Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir jetzt Achter sind, wären wir zufrieden gewesen“, sagt Spielmacher Marc Stendera, was auch daran liegt, dass die Eintracht die schmerzhaften Abgänge von Rechtsverteidiger Sebastian Jung (Wolfsburg), der Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler (Hoffenheim), Sebastian Rode (München), Tranquillo Barnetta (Schalke) und Stürmer Joselu (Hannover) verkraften musste.

"Mir ist ein 4:3 lieber als ein 1:0"

Dass ihr dies gut gelang, liegt vor allem an der individuellen Qualität des von Schaaf vom offensiven Mittelfeld in die Spitze gestellten Meier (19 Treffer), der von Rechtsaußen Stefan Aigner (8) und des derzeit schwächelnden Schweizer Nationalstürmers Haris Seferovic (7), die mit 34 Toren fast 71 Prozent der 48 Eintracht-Treffer erzielt haben. Damit haben die Hessen die drittbeste Offensive der Liga, während sie mit 49 Gegentoren die drittschwächste Defensive stellen. „Mir ist ein 4:3 lieber als ein 1:0“, sagt Schaaf, dem es noch immer nicht gelungen ist, seinem Team ein funktionierendes Defensivkonzept zu verpassen.

Neben der angriffsfreudigen Ausrichtung liegt das auch daran, dass Makoto Hasebe (Nürnberg) im defensiven Mittelfeld die von Schwegler und Rode hinterlassenen Lücken allein nicht schließen und Timothy Chandler (Nürnberg) Jung nicht ersetzen kann. Zudem bestritt Abwehrchef Carlos Zambrano wegen eines Außenbandrisses bisher nur elf Spiele.

In Stuttgart soll der eisenharte Peruaner trotz einer Knöchelverletzung auflaufen. „Für Stuttgart geht es um alles. Das wird kein Selbstläufer“, sagt Verteidiger Bastian Oczipka, für den die Eintracht zwischen „Europa League und Abstiegskampf“ pendelt und der anfügt: „Wir wollen drei Punkte mitnehmen.“ Bei diesem Vorhaben setzen die Hessen wieder auf die Tore ihrer Lebensversicherung Meier, dem in den vergangenen drei Partien fünf Treffer gelangen. Auf dass es wahr werde: Auswärtssieg!

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: