Bei Ikea in Sindelfingen ist Einkaufen von Montag, 8. März, an wieder möglich. Foto: Simon / Granville

Weil der Inzidenzwert im Kreis Böblingen bei knapp 36 Infizierten pro 100 000 Einwohnern liegt, darf der Einzelhandel seine Geschäfte öffnen. Ikea nutzt die Möglichkeit. Nur die zugelassene Zahl der Kunden ist beschränkt. Für einen Einkauf in der Ludwigsburger Filiale muss dagegen vorher ein Termin gebucht werden.

Sindelfingen - Wir freuen uns auf dich!“, steht seit Samstagabend auf der Internetseite der Sindelfinger Ikea-Filiale: Am Montag, 8. März, öffnet das Möbelhaus wieder seine Türen für die Kundschaft. Weil der Inzidenzwert im Kreis Böblingen unter 50 liegt, darf das Geschäft öffnen. Abhängig von der Verkaufsfläche ist nach dem Stufenplan der Bund-Länder-Konferenz ein Kunde pro zehn beziehungsweise 20 Quadratmeter zugelassen. In der mehr als 34 000 Quadratmeter umfassenden Filiale dürfen sich also etwas mehr als 1700 Kunden gleichzeitig tummeln. In der Region Stuttgart unterschreitet nur der Rems-Murr-Kreis noch die Marke von 50 beim Inzidenzwert. Der Andrang in Sindelfingen wird daher vermutlich groß sein. Als in Bayern die Baumärkte öffnen durften, überschritten zahlreiche Ulmer die Landesgrenze, um in Neu-Ulm einkaufen zu können.

Umfangreiches Hygienekonzept

Die Entscheidung zu öffnen, ist wohl am Samstag gefallen. Am Vormittag wusste eine Mitarbeiterin noch nicht, ob die Kollegen am Montag nach monatelanger Schließzeit wieder im Einsatz sein würden. Auf Anfragen reagierte die Pressestelle des Unternehmens nicht. „Die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter steht für Ikea an oberster Stelle“, heißt es auf der Homepage. Ein umfangreiches Hygienekonzept sei nach wie vor gültig. Wie ein möglicher Kundenansturm am Montag kanalisiert wird, ist offen. Am Sonntag waren jedenfalls vor dem Eingang des Möbelhauses Absperrgitter aufgebaut und rot-weiße Bänder gespannt.

Ikea freue sich, seine Kunden wieder begrüßen zu können, „wir möchten gleichzeitig unseren Teil dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen“, heißt es im Internet. Das Unternehmen beobachte die Situation aufmerksam und werde „die Art, wie wir unseren Kunden begegnen, gegebenenfalls kurzfristig anpassen, sollte sich die Inzidenzlage und damit die behördlichen Vorgaben ändern“. Das Bistro und der Lebensmittelverkauf öffnen laut der Mitteilung am Dienstag, 9. März.

Bei Breuninger ist die Lage noch unklar

Ob demgegenüber das Sindelfinger Breuningerland komplett öffnet, war am Freitag noch unklar. Die Homepage war bis Sonntagnachmittag diesbezüglich nicht aktualisiert worden. In dem Einkaufszentrum sind seit dem Lockdown im November nur die Geschäfte zur Grundversorgung und nun auch wieder die Friseure geöffnet. Die Angst vor dem Einkaufstourismus hat der Ministerpräsident Winfried Kretschmann selbst erkannt, eine Lösung dagegen ist ihm allerdings auch nicht eingefallen.

Die Stadt Sindelfingen bietet nun zumindest kostenlose Corona-Schnelltests im Rathaus an. Auch wenn die Kommune am Freitag noch auf die aktualisierte Corona-Verordnung des Landes gewartet hat, ging sie dennoch davon aus, dass der Handel vom heutigen Montag an wieder öffnen darf.

„Um mögliche Infektionsketten in Sindelfingen frühzeitig zu unterbrechen und den Einzelhandel bei der Wiedereröffnung zu unterstützen, erhalten daher Sindelfingerinnen und Sindelfinger sowie Besucherinnen und Besucher unserer Innenstadt in der kommenden Woche täglich von 10 bis 14 Uhr die Möglichkeit, sich nach vorheriger Anmeldung über die Corona-Hotline im Rathaus kostenlos einem Schnelltest zu unterziehen“, sagt Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. Bereits seit Mitte Januar bietet die Stadt Sindelfingen im Rathaus an den Wochenenden Schnelltests an, die offenbar gut nachgefragt worden sind. Einen Testtermin über die Corona-Hotline kann man unter Telefon (07031) 94-611 oder 94-621 buchen. Die Hotline ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

Kostenlose Schnelltests im Sindelfinger Rathaus

„Ich freue mich nach dieser schwierigen Phase auf eine Öffnungsperspektive – darauf haben die Menschen lange gewartet“, so Vöhringer. Die Öffnung des Einzelhandels unter Wahrung von Hygienekonzepten ist möglich, sofern eine Inzidenz von unter 50 erreicht ist. Dies ist im Kreis Böblingen aktuell der Fall. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 soll das Einkaufen nach vorheriger Terminvereinbarung möglich sein.

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