Suse Mayer, André Alber und Jasmin Barbaro (v.l.) haben sich mit Vidamia den Traum vom eigenen Laden erfüllt. Foto: Caroline Holowiecki

Mitten im Corona-Lockdown haben Sandkastenfreunde in Stuttgart-Plieningen einen Concept-Store eröffnet. Das ist ein Mix aus Café und Laden. Zur Geschäftsidee gehört aber auch noch etwas anderes.

Plieningen - Warum jetzt? „Warum nicht?“ Jasmin Barbaro strahlt Entschlossenheit aus. Ja, der Corona-Lockdown sei kein idealer Zeitpunkt für eine Geschäftseröffnung. Aber Traum ist eben Traum, „und jetzt hat sich die Möglichkeit ergeben, weil die Räume freigeworden sind“. Chance erkannt, Chance genutzt, und so wurde jetzt im Plieninger Zentrum der Concept-Store „Vidamia“ eröffnet, ein urbaner Mix aus Café und Laden mit Einrichtungsideen und netten Kleinigkeiten.

Jasmin Barbaro hat das Geschäft mit Suse Mayer und André Alber aufgemacht. Sie alle sind 38 Jahre alt und echte Plieninger. Hier haben sie zusammen im Sandkasten gespielt und sind zur Grundschule gegangen. Und in den Räumen der einstigen Drogerie an der Filderhauptstraße, die sie aus der Kindheit noch kennen, haben sie sich jetzt den Wunsch, gemeinsam einen Laden zu gründen, erfüllt. Ursprünglich hätte es ein reines Café werden soll, nun aber beheimatet „Vidamia“ doch „Einzelhandel mit untergeordneter Gastronomie“, wie es im Behördendeutsch heißt. „Es ist unheimlich schwierig, eine Konzession zu bekommen“, sagt Suse Mayer.

Nebenher haben sie alle noch andere Jobs

Die Rollen sind im Trio klar verteilt. Suse Mayer arbeitet hauptberuflich in der Buchhaltung eines großen Unternehmens und ist im Dreierteam die Finanzchefin. Jasmin Barbaro ist in einer Werbeagentur tätig und hat sich der Themen Konzeption, PR und Social Media angenommen. André Alber verdient zwar sein Geld als Vermessungstechniker, hat aber Bäcker gelernt. Sprich: Er ist der Mann für die Kuchen. Auch sonst lebt „Vidamia“ vom Gemeinschaftsgedanke. Familien und Bekannte haben beim Herrichten des Ladenlokals geholfen, eine Freundin hat eine Wand mit Zeichnungen verschönert. Verkauft werden unter anderem Dinge, die Menschen aus Plieningen und von der Filderebene hergestellt haben, sogar den Tisch, auf dem Waren präsentiert werden, hat ein Einheimischer gestaltet. Das Sortiment soll ausgebaut werden. „Die Idee ist, dass wir unsere Locals unterstützen“, erklärt Jasmin Barbaro. Sie spricht von Synergien.

Nach Corona soll Leben in die Bude

Gedacht ist das Ganze von Plieningern für Plieninger – als Treffpunkt. So etwas gebe es im Bezirk kaum. Ringsrum an den Fenstern sind Bänke installiert. Spätestens, wenn Corona überstanden ist, soll hier Leben in die Bude kommen. Leute, die sitzen und quatschen und einen Kaffee schlürfen, sehen die drei vor ihrem geistigen Auge. Auch Workshops und Veranstaltungen schweben ihnen für die Zukunft vor – vom Yogakurs über die Weinprobe bis hin zum Kreativ- oder Infoabend.

Aktuell aber läuft alles mit angezogener Handbremse. Während die Café-Theke für To-go-Bestellungen geöffnet ist, muss der Ladenbereich noch abgesperrt bleiben. Dekoartikel können nur im Click-and-Collect-Verfahren gekauft werden. Aber ohnehin soll „Vidamia“ noch wachsen. „Wir wollen erst mal gucken, was die Plieninger wollen“, sagt Suse Mayer. Vieles kann, nichts muss. Sie betont: „Uns soll es Spaß, und den Leuten soll es Spaß machen.“

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