Die drei Buchstaben sollen möglichst nicht aus dem Stadtbild verschwinden. Foto:  

Der Gemeinderat von Neuhausen (Filder) hat Ja zu seinem Laden an der Marktstraße gesagt. Aber ist damit auch der Markt in Leinfelden-Echterdingen gerettet?

Leinfelden-Echterdingen - Klaus Korschinek, Leiter der Filderwerkstatt, welche die Cap-Märkte betreibt, freut sich. „Eine wichtige Hürde im Genehmigungsprozess ist genommen“, sagt er. Der Gemeinderat von Neuhausen hat am Dienstagabend entschieden, den Erhalt seines Cap-Marktes – den einzigen Lebensmittelladen an der Markstraße – mit bis zu 300 000 Euro zu unterstützen. Damit besteht die Hoffnung, dass aus der Neuausrichtung der vier Cap-Märkte, die es im Landkreis gibt, etwas werden könnte.

Wie zu erfahren war, wollten die Fraktionen mit dem Votum das deutliche Signal an alle beteiligten Kommunen aussenden, mitzuziehen. Zur Erinnerung: Leinfelden-Echterdingen hat bereits zugesagt, die Zukunft des Stettener Cap-Marktes mit einer Summe von 150 000 Euro zu sichern. Kirchheim hat derweil Nein zu einer Finanzspritze von 300 000 Euro gesagt. Dort gibt es zwei Cap-Märkte.

Ja fiel nach einer größeren Diskussion

Laut Elke Eberle, der Sprecherin von Neuhausen, gab es „eine größere Diskussion“ im Gremium, weil es sich hier „schon um eine große Summe gehandelt hat“, schlussendlich sahen dann aber doch „alle die Notwendigkeit, dass ein Vollsortimenter im Ort bleiben muss“. Der Laden habe für die Kunden „einen sozialen Moment“, sei ein Treffpunkt. Es wurde zudem befürchtet, dass ein Leerstand dazu führe würde, dass auch andere Einzelhändler fortan ausbluten. Und nicht zuletzt arbeiten in den Märkten Menschen mit Handicap.

Der bisherige Träger, der Reha-Verein im Kreis Esslingen, will die Cap-Märkte in Stetten, in Ötlingen, in Notzingen und in Neuhausen, an den gemeinnützigen Inklusionsbetrieb W.I.R, abgeben. Bei dieser Neuausrichtung sollen auch Lebensmittelgeschäfte wie der Treff 3000 in Denkendorf ins Boot geholt werden, die von einer Schließung bedroht sind. Zudem erhofft man sich Zuschüsse von der Organisation Aktion Mensch sowie vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg. Nach dem Beschluss von Dienstag können nun entsprechende Anträge gestellt. Mit Kirchheim soll der Gesprächsfaden wieder aufgenommen werden. „Es gibt noch ein paar Klippen zu umschiffen“, sagt Klaus Korschinek dazu. In trockenen Tüchern ist die Rettung der Cap-Märkte also noch nicht.

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