Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann zu Besuch bei den Einsatzkräften der Bundeswehr, die Stuttgart bei der Corona-Bekämpfung unterstützen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stadt Stuttgart hat wegen der Corona-Pandemie die Bundeswehr um Unterstützung bei der Nachverfolgung von Patientenkontakten gebeten. 60 Soldatinnen und Soldaten sind inzwischen im Einsatz. Mit gutem Grund: Die Neuinfektionen haben einen neuen Tageshöchstwert erklommen.

Stuttgart - Gewöhnliche Bürokleidung ist das nicht, was hier getragen wird, aber es ist auch kein gewöhnliches Büro, in dem die Uniformierten arbeiten. 60 Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 292 der Bundeswehr aus Donaueschingen schieben inzwischen Dienst in Stuttgart und unterstützen des Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Sie sind untergekommen in den ehemaligen, derzeit leer stehenden Räumen der Stadtkämmerei an der Schmalen Straße in der Innenstadt. Dort herrscht nun der Feldanzug in Flecktarnmuster vor.

Neuer Höchstwert bei Neuinfektionen

Man sei „sehr dankbar“, sagt die Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne), dass die Bundeswehr „sehr schnell“ dem Antrag der Stadt gefolgt sei. Dank ihres Einsatzes könne nun bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter „schnell die Kontaktverfolgung aufgenommen werden“, sagte Sußmann bei einem Ortstermin. Mit gutem Grund: Am Mittwoch hat man 134 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, so viele wie noch nie an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz stiegt auf 80,8 Fälle pro 100 000 Einwohner. Auch wenn das Infektionsgeschehen eher diffus ist, gibt es doch einige Schwerpunkte. So hat man in einem Flüchtlingswohnheim in der Innenstadt mittlerweile 65 Infektionsfälle registriert.

Die Anträge auf Unterstützung nehmen zu

In Stuttgart hat die Bundeswehr bisher ihren größten Einzeleinsatz in Baden-Württemberg im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung, erklärte Markus Kirchenbauer, Oberstleutnant und Leiter der Informationsarbeit beim Landeskommando der Bundeswehr in Bad Cannstatt. Derzeit seien bei zwölf Einsätzen im Land 136 Soldatinnen und Soldaten im Land tätig, sechs weitere mit nochmals 94 Kräften kommen bald dazu. Für das Gesundheitsamt der Stadt ist es eine wichtige Unterstützung. Damit sind jetzt in Stuttgart mehr als 200 Personen für die Nachverfolgung von Infektionsketten im Einsatz, rechnet Amtsleiter Stefan Ehehalt vor, mehr als 100 Beschäftigte des Gesundheitsamts, 40 Mitarbeiter anderer Ämter sowie die Soldaten der Bundeswehr.

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