Steht die Wohnung lange leer, steigt die Gefahr eines Einbruchs. Foto: dpa

Die Ferien sind noch nicht vorbei, und Einbrecher wittern weitere ihre Chance. Die Polizei im Kreis Ludwigsburg hat Tipps, wie man sich dagegen wappnen kann.

 
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Wenn die Bewohner aus dem Haus sind, schlagen Einbrecher zu. In der Urlaubszeit stehen Häuser zum Teil wochenlang leer. Wie man nicht zum Opfer wird, sagt Andrea Glück vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Frau Glück, gibt es nun in der Ferien mehr Einbrüche im Kreis Ludwigsburg?

Das ist nicht so leicht zu sagen. Die Zahl der Einbrüche schwankt immer mal. Außerdem ist die Datenbasis zu klein, wenn man sich auf den Landkreis beschränkt. Generell gibt es seit Langem einen Abwärtstrend. Im gesamten Jahr 2021 waren es 91 Einbrüche, deutlich weniger als noch vor zehn Jahren. Dennoch ist es sinnvoll, sich vor dem Urlaub über das Thema Gedanken zu machen.

Wann ist das Risiko eines Einbruchs denn allgemein am höchsten?

In der dunklen Jahreszeit, also im Herbst und Winter, und dann besonders morgens und abends, wenn es noch oder schon wieder dunkel ist und viele Menschen auf der Arbeit sind. Die meisten Einbrüche finden tagsüber statt. Das gilt auch für die Sommermonate.

Gibt es Städte im Landkreis, in denen das häufiger als anderswo passiert?

Ich höre oft die Vermutung, dass Orte in direkter Nähe der Autobahn häufiger betroffen sein könnten. Aber das können die Zahlen nicht belegen. Es gibt nicht nur reisende kriminelle Banden, sondern auch den Einbrecher um die Ecke.

Was kann man denn tun, um das eigene Haus oder die Wohnung zu schützen?

Täter brechen ein, wo die Gelegenheit günstig ist. Man sollte nie Fenster gekippt lassen, wenn man nicht zu Hause ist. Ich empfehle auch, die Rollläden tagsüber nicht herunterzulassen. Das signalisiert, dass niemand da ist. Rollläden bieten keinen Schutz. Einbrecher ziehen sie aus den Führungsschienen.

Wie kann man denn stattdessen einem Einbruch vorbeugen?

Wir raten dazu, dass vor allem die Fenster im Erdgeschoss dem Sicherheitsstandard RC2 entsprechen. Die meisten Einbrecher verschaffen sich Zugang, in dem sie Fenster aufhebeln. Mit sogenannten Pilzkopfzapfen ist das nicht möglich. Man kann alte Fenster nachrüsten. Das muss nicht teuer sein. Manchmal reichen kleine Veränderungen.

Ein überquellender Briefkasten ist sicher auch nicht hilfreich.

Ja, stimmt. Man sollte vor dem Urlaub mit den Nachbarn reden. Eine gute Nachbarschaft ist überhaupt der beste Einbruchschutz. Und alles, was eine Anwesenheit simuliert, wie elektrische Rollläden und Lampen mit Zeitschaltuhr sind ebenfalls einfache Mittel, die helfen können.

Die Polizei bietet eine kostenlose Beratung an. Beamte des Referats Prävention kommen auf Wunsch vorbei und machen konkrete Vorschläge zum Einbruchschutz. Termine können unter Telefon 07141 / 18 80 01 oder per E-Mail an Ludwigsburg.pp.praevention@polizei. bwl.de angefragt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.k-einbruch.de.