Vor dem Einbruch: VfB-Stürmer Timo Werner im Citysoccer von Gerd Riehm Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Gleich in großen Mengen haben sich Einbrecher in einem der bekanntesten Stuttgarter Sportfachgeschäfte eingedeckt. Bei Citysoccer, dem ehemaligen Sport Breitmeyer, fehlen 250 Fußballschuhe. Wo die geschnürt werden sollen, versucht jetzt die Polizei herauszufinden.

Stuttgart - Offenbar gibt es auf den Fußballplätzen dieser Welt reichlich Bedarf: Unbekannte Täter haben bei einem Einbruch in das Sportfachgeschäft Citysoccer in der Marienstraße in der Innenstadt hochwertige Fußballschuhe sowie Trikots mitgehen lassen. Geschäftsführer Gerd Riehm beziffert den Schaden auf 60 000 Euro. Die Vorgehensweise der Einbrecher lässt darauf schließen, dass es sich um eine professionelle Bande handelt.

Die Täter waren keine Amateure

„Die haben sich das Teuerste rausgesucht, da waren keine Schuhe unter 200 Euro dabei“, sagt Riehm. Nach dem Einbruch, der sich in der Nacht zum Dienstag abgespielt hat, zieht er nun Bilanz: Etwa 250 Paar Fußballschuhe, dazu ein Dutzend Joggingschuhe, etwa 20 bis 30 Nationaltrikots. Vielleicht geben die ja einen Hinweis auf die Vorlieben oder gar die Herkunft der Täter: „England, Portugal und Frankreich“, sagt Riehm, „aber türkische Trikots, derzeit auf dem Markt sehr gefragt, sind alle noch da.“

Die Täter waren keine Amateure. Erst drangen sie in das Treppenhaus des Gebäudes ein, brachen dort die Hintertür des Sportgeschäfts auf. Citysoccer hat hier erst seit Jahresbeginn geöffnet, nachdem Riehm mit seinem alteingesessenen Fachgeschäft Sport Breitmeyer aus der Calwer Straße ausziehen musste. Die Eindringlinge griffen gezielt zu hochwertigen Schuhen der Größen 41 bis 45 – und ließen die Kartons zurück. Dagegen vergaßen sie nicht die komplette Videoüberwachungsanlage mitzunehmen. Was die Ermittlungsarbeit der Polizei nun nicht gerade erleichtert.

Auch in Sindelfingen gab es einen Einbruch

Mit Sicherheit werden sich die Ermittler mit ihren Kollegen von der Sindelfinger Polizei austauschen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Bande vor einigen Tagen auch für den Einbruch in ein Sportgeschäft am Wettbachplatz verantwortlich war. Am Karfreitag wurden mehrere Hundert Sportschuhe und Kleidungsstücke, ebenfalls im Wert von mehreren Zehntausend Euro, gestohlen. Auch dort hatten die Täter zuvor mehrere Türen aufgehebelt. Und die Kassen geknackt.

Für den Stuttgarter Fachhändler Riehm hat der Fall eine bittere Ironie: Wäre sein Sportgeschäft noch am alten Standort, sagt er, „dann wäre jetzt das Polizeirevier genau nebenan gewesen“. Bekanntlich wurde vor wenigen Tagen das Revier Theodor-Heuss-Straße eröffnet. Vielleicht wären die Täter dann ja sofort in die Abseitsfalle gelaufen.

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