Der Eiermann-Campus aus der Vogelperspektive Foto: dpa

Noch sind wichtige Fragen ungeklärt. Doch die Pläne für das Eiermann-Areal in Vaihingen haben das Zeug, ein Vorzeigeprojekt zu werden, sagt Redakteur Thomas Braun.

Stuttgart - Noch in der vergangenen Woche hatte CDU-Fraktionschef Alexander Kotz in der Generaldebatte kein gutes Haar an der städtischen Wohnungsbaupolitik gelassen. Zu wenig Tempo, zu wenig Ehrgeiz, zu wenig Elan legten der grüne Oberbürgermeister und die von seinem Parteifreund Peter Pätzold geführte Bauverwaltung an den Tag, lauteten die Vorwürfe in Richtung Rathauspitze.

Nun werden auch die 1400 projektierten Wohneinheiten auf dem Eiermann-Campus die Wohnungsnot in Stuttgart nicht beseitigen. Aber das Projekt zeigt, dass großflächiger Wohnungsbau in Stuttgart an manchen Stellen durchaus möglich ist, wenn im Rathaus alle an einem Strang ziehen und zudem Investoren und Architekten bereit stehen, die willens und in der Lage sind, solche Projekte in Kooperation mit den Behörden, der Politik und nicht zuletzt den betroffenen Bürgern durch innovative Konzepte zu realisieren.

Neues Quartier als Leuchtturm

Auch die CDU-Fraktion, die sich noch vor Monaten hartnäckig den Plänen für ein Wohngebiet am Autobahnkreuz widersetzt hatte, tut nun so, als seien die Planungen ihren Visionen angepasst worden. Das ist beileibe nicht der Fall. Der Anteil an Wohnungen auf dem Areal liegt nun bei 66 und nicht etwa wie von den Christdemokraten ursprünglich gewünscht nur bei 25 Prozent – und das ist auch richtig so. Beim Garden Campus hat die CDU lange Zeit selbst jene Tugenden vermissen lassen, die sie bei der Rathausspitze zuletzt angemahnt hat. Das neue Quartier könnte tatsächlich einer jener Leuchttürme werden, an denen sich Stuttgart im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 weltweit messen lassen kann. Noch freilich sind wichtige Fragen ungeklärt. Vor allem die Verkehrsanbindung des neuen Stadtteils bereitet vielen Bürgern im Stadtbezirk Vaihingen große Sorgen. Auch hier müssen die Planer mit kreativen Ideen aufwarten – dann kann der Garden Campus tatsächlich ein Vorzeigeprojekt werden.

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