Mehr als 25 000 Mitarbeiter verloren 2012 mit der Schlecker-Pleite von einem Tag auf den anderen ihre berufliche Existenz. Eine von ihnen war Andrea Straub aus Stetten am kalten Markt. Wie blickt Straub der Urteilsverkündung gegen Anton Schlecker entgegen?

Stuttgart - Der Schriftzug glänzt in der Sonne. „Meine Drogerie“ steht in geschwungenen weißen Buchstaben auf die Fensterfront der Drehpunkt-Drogerie in Stetten am kalten Markt. Drinnen im Laden sortiert Andrea Straub Ware in die Regale. „Unser Leben hier hat sich sehr verändert“, sagt die 51-Jährige, wenn sie auf die vergangenen Jahre zurückblickt. Wie Tausende andere Mitarbeiter hat Straub 2012 mit der Pleite der Drogerie-Kette Schlecker plötzlich ihren Job verloren.

Einige ehemalige Schlecker-Mitarbeiter haben sich damals zusammengetan und einen Trägerverein gegründet, um einzelne Drogerie-Filialen unter dem Namen „Drehpunkt“ zu erhalten. So konnte Straubs Arbeitsplatz in Stetten erhalten werden – auch, wenn vieles heute ganz anders ist als früher.

Am Montag wird im Verfahren gegen den Unternehmer Anton Schleckernun das Urteil erwartet. Aus Sicht der Ankläger hat Anton Schlecker vor der Insolvenz der einst größten Drogeriemarktkette Europas mehrere Millionen Euro beiseite geschafft und damit dem Zugriff der Gläubiger entzogen. Außerdem soll er jahrelang überhöhte Stundensätze an die Logistik-Tochterfirma LDG gezahlt und so ebenfalls einen Millionenschaden verursacht haben. Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft für Anton Schlecker.

Wünscht sich auch Andrea Straub, dass Schlecker ins Gefängnis muss? Wie hat sich ihr Leben durch den Schlecker-Bankrott verändert und was wirft sie Anton Schlecker vor? Sehen Sie die Antworten im Video.

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