Affalterbachs Bürgermeister Steffen Döttinger (links) ist Günter Hoffschult von der AMG dankbar für die neuen Ladesäulen. Foto: Ralf Poller/Avanti

Das Ladenetz soll ausgebaut werden. Die Kosten dafür werden meistens von den Energieversorgern übernommen. Doch es gibt Ausnahmen.

In Affalterbach gibt es seit Kurzem drei Ladesäulen mit sechs Ladepunkten für Elektroautos. Die indes hat die Gemeinde nicht selbst installiert. Eigentümer ist die Tuning-Firma AMG. Das Besondere: Die Ladesäulen in der Daimlerstraße sind öffentlich. Das heißt, jeder kann zu jeder Zeit und zum marktüblichen Preis von derzeit 30 Cent pro Kilowattstunde Strom für sein Fahrzeug zapfen. Die maximale Leistung je Ladepunkt liegt bei 22 Kilowatt und ist damit etwa dreimal so groß wie bei einer herkömmlichen Wallbox, wie sie etwa im Rathaus der Gemeinde für die Dienstfahrzeuge installiert ist. Der Strom kommt von der Photovoltaikanlage des AMG-Parkhauses.

 

„Wir profitieren als Gemeinde sehr davon“, sagt Bürgermeister Steffen Döttinger. Schon seit einiger Zeit sei man mit dem Unternehmen im Gespräch gewesen, deshalb habe man keine eigene Ladesäule installiert. Immerhin spart die Kommune dadurch etwa 45 000 Euro – 15 000 Euro je Ladesäule, wobei die Preise in erster Linie von der bereits vorhandenen Infrastruktur abhängig sind. In der nächsten Zeit solle noch ein Starkstromkabel verlegt werden, um einen weiteren Ausbau zu ermöglichen. Und Günter Hoffschult, kaufmännischer Geschäftsführer der Mercedes AMG, erklärt: „In unseren Mitarbeiterparkhäusern haben wir schon seit Längerem Ladesäulen installiert. Dass wir in der zweiten Ausbaustufe nun auch öffentliche Ladeinfrastruktur in Affalterbach zur Verfügung stellen, ist nur konsequent.“

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Dass Firmen der Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten, Elektroautos aufzuladen, ist eher ungewöhnlich, sagt etwa Rashid Elshahed, Konzernpressesprecher Vertrieb & Elektromobilität bei der EnBW. „Üblich ist dies eher bei Energieunternehmen und Stadtwerken.“ So werden auch die meisten der im Landkreis Ludwigsburg zu findenden E-Ladesäulen von solchen Energieversorgern betrieben, wobei in Ludwigsburg, Kornwestheim und Remseck die Stadtwerke der Platzhirsch sind. In Ludwigsburg soll bis zu den Sommerferien in einem Radius von 500 bis maximal 1000 Metern mindestens eine Normalladesäule zur Verfügung stehen.

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Etliche öffentliche Ladesäulen finden sich aber auch bei nicht kommunalen Anbietern, wie eine Liste der Bundesnetzagentur zeigt, bei der die Installation solcher Ladesäulen gemeldet werden muss: In Ludwigsburg und in Remseck gibt es ein Ladeangebot bei Discountern ebenso wie bei einem großen Autohaus. Strom bei einem Autohaus gibt es zudem in Asperg und Großbottwar. Auch bei einem Möbelhaus im Tammerfeld kann jeder Strom tanken.

Die meisten öffentlich zugänglichen Ladesäulen im Landkreis gehören der Firma Robert Bosch. Allein am Standort Schwieberdingen sind es 49. Und das sei kein Zufall, sagt Christiane Spindler von der dortigen Standortkommunikation. „Schwieberdingen ist ein auf die E-Mobilität spezialisierter Entwicklungsstandort. Dadurch, dass wir öffentliche Ladesäulen anbieten, wollen wir Felderfahrungen mit der Infrastruktur sammeln.“ Wer Ladesäulen anbietet, erhofft sich also in der Regel entweder Kundenbindung oder die Förderung von E-Mobilität.

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Im ländlichen Bereich haben einige Gemeinden auf eigene Kosten Ladesäulen errichten lassen, so beispielsweise Erdmannhausen und Steinheim an der Murr. Steinheim möchte die Ladeinfrastruktur weiter verbessern und hat dafür auch einen ordentlichen Batzen Geld im Haushalt eingeplant: „Wir rechnen mit mindestens 225 000 bis 230 000 Euro für die gesamte Maßnahme“, sagt Michael Knöpfle vom Bauamt. Für diesen Betrag sollen zusätzlich zur bereits bestehenden Lademöglichkeit am Parkplatz Kloster vier weitere entstehen: In den Stadtteilen Höpfigheim und Kleinbottwar sowie in der Badtorstraße in der Kernstadt jeweils eine Kombiladesäule für Schnellladung und Normalladung, in der Bahnhofstraße eine normale. In Murr dagegen hat ein Anbieter von E-Autos im Carsharing für den Ausbau der Infrastruktur gesorgt. Außerdem soll dort die Tiefgarage unter dem Rathaus mit einer Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge ausgerüstet werden.