E-Autos haben noch viele Schattenseiten, wie ein Blick auf derzeit hohe Reparaturkosten zeigt – dennoch gehört den Batterieautos die Zukunft, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.
Den E-Autos gehört die Zukunft. Zulieferer, Hersteller und Experten sind sich dabei einig. In den wichtigsten Automärkten China, Europa und Nordamerika werden Batterieautos das Pkw-Segment dominieren.
Und doch gibt es immer wieder Studien, die am Erfolg der E-Autos zweifeln lassen. So stellte der Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fest, dass Reparaturen an E-Autos bis zu 35 Prozent mehr kosten als bei vergleichbaren Verbrennermodellen. Solche Schwächen sind ein Problem, die den Erfolg des E-Autos verzögern können.
Wie gesagt: Eigentlich ist klar, dass E-Autos die bessere Alternative zum Verbrenner sind. Das wird deutlich, wenn man auf die Lebenszyklen der Technologien blickt. Verbrenner haben eine 125-jährige Entwicklungsgeschichte hinter sich, die Technologie ist ausgereizt. Anders bei den E-Autos. Das Model S von Tesla wird seit gerade einmal zehn Jahren in Deutschland verkauft. Bereits in dieser Zeit hat sich viel getan. Der generelle Trend: mehr Leistung und sinkende Preise.
Doch die Nachteile der E-Autos kann man nicht leugnen – und zu diesen zählen die hohen Reparaturkosten. Zwar wird damit gerechnet, dass auch hier die Preise langfristig sinken werden. Doch insbesondere die Hersteller müssen darauf achten, reparaturfreundliche Modelle auf den Markt zu bringen. Auch muss sichergestellt sein, dass Werkstätten keine unverhältnismäßigen Preise fordern. Denn für die Akzeptanz der E-Autos sind die gegenwärtigen Schwächen ein Problem, handelt es sich doch um einen sich selbst verstärkenden Prozess: Je schneller die Nachteile ausgemerzt werden, desto schneller steigt die Akzeptanz der E-Autos. Deshalb ist jetzt die Branche gefragt: Sie muss mehr Menschen von E-Autos überzeugen – und zwar mit guten Argumenten.