Im Zuge des Umbaus eines Verkehrsknotens installiert Kornwestheim die neue Anlage an der alten Bundesstraße 27. Das soll auch Ludwigsburg nützen. Nach dem Sommer soll das Gerät aufgestellt werden.
Nach dem Sommer soll er kommen: An der alten Bundesstraße 27 steht bald ein weiterer Blitzer. Im äußersten Norden der Kornwestheimer Markung an der Grenze zu Ludwigsburg wird die Säule ihren fotografischen Dienst verrichten, auf der westlichen Seite der Fahrbahn. Sie soll nicht nur Autos ablichten, die zu schnell unterwegs sind. Es geht vor allem um die Laster. Dem Schwerlastverkehr ist die Fahrt über die alte B27, also die Ludwigsburger Straße, und durch den Domertaldurchlass untersagt.
Ludwigsburg hatte sich den Blitzer gewünscht
Schon im Herbst 2021 war über einen Blitzer für Lastwagen und Autos diskutiert worden. Mit der Stadt Ludwigsburg suchte man eine Lösung für den sogenannten „GdF-Knoten“, an dem die Ludwigsburger Straße, die Hohenzollernstraße und die Salonallee im Ludwigsburger Süden aufeinandertreffen. Die Vertreter der Barockstadt hatten sich ausbedungen, dass bei einem Umbau jener Schlüsselstelle eine Überwachungsanlage aufgestellt wird, damit auch nach Ludwigsburg keine Laster fahren.
Der Knotenpunkt wurde also umgebaut, vor allem, um das Linksabbiegen eines Linienbusses von der Haltestelle W&W in die Ludwigsburger Straße zu ermöglichen. Inklusive Blitzer hat das die Kornwestheimer Stadtkasse rund 750 000 Euro gekostet, vom Land kam eine Finanzspritze von rund 240 000 Euro. Die Stadt Ludwigsburg, auf deren Markung der Großteil des Baugebiets liegt, hat selbst 170 000 Euro beigesteuert. Fundament und Stromanschluss eingerechnet, kostet die neue Radarfalle etwa 145 000 Euro – was Kornwestheim bezahlt.
Das Gerät misst auch die Maße eines Fahrzeugs
Der Blitzer funktioniert so: Zum einen löst das Gerät unabhängig von der Fahrzeugart bei Geschwindigkeitsüberschreitungen aus. „Darüber hinaus misst es auch die Fahrzeugmaße“, erklärt Kornwestheims Erster Bürgermeister Daniel Güthler. Bei Lastwagen-spezifischen Maßen löst das Gerät also auch geschwindigkeitsunabhängig aus.
Bestellt hat die Stadt die Technik bei der Heilbronner Firma Era, nicht zu verwechseln mit der Kornwestheimer Spedition. „Es ist deutschlandweit das einzige zugelassene Messsystem für die gleichzeitige und zuverlässige Kontrolle von Geschwindigkeit und Durchfahrtsverbot“, informiert Güthler. Alternativ kontrolliere der Gemeindevollzugsdienst das Kornwestheimer Lkw-Durchfahrverbot „mittels manueller Bildauslösung“. Auch die Polizei halte hin und wieder Lastwagen an.
Der bisherige Blitzer am nördlichen Kornwestheimer Ortseingang bleibt
Als geeignete Stelle hat die Stadt den Grünstreifen westlich der Ludwigsburger Straße kurz vor dem Gebäude mit der Hausnummer 197 ausgemacht. „An diesem Standort kann in beide Richtungen gemessen werden, Sichtbeziehungen werden nicht eingeschränkt und in unmittelbarer Nähe befindet sich der notwendige Elektroverteilerkasten“, begründet Güthler. Wichtig: Der neue Blitzer wird die stationäre Auto-Messanlage am nördlichen Kornwestheimer Stadteingang nicht ersetzen. Diese Säule bleibt bestehen.
Beim Durchfahrverbot für Laster zeigt man sich bei der Stadtverwaltung recht zufrieden. „Das hängt sicher auch damit zusammen, dass es mit der B27 und der B27a gute Alternativen gibt“, so Güthler. Im ersten Halbjahr 2022 seien circa 300 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Oft konnten die Fahrer allerdings mittels Lieferschein nachweisen, dass sie als Anlieferer sehr wohl in die Innenstadt fahren dürfen. „Bei tatsächlichen Verstößen beträgt das Bußgeld 100 Euro. Hinzu kommen noch 25 Euro Verwaltungsgebühren“, so Güthler, der überzeugt ist: Die mobilen Kontrollen vom Gemeindevollzugsdienst sowie der neue Blitzer tragen dazu bei, dass die Verstöße gegen das Durchfahrverbot weiter zurückgehen.