Bürgermeister und Gemeinderäte aus Asperg, Steinheim, Tamm und Pleidelsheim haben ihr Können am Herd gezeigt. Maultaschen, Kartoffelsalat und ein Dessert wurden von einer Jury blindverkostet. Pleidelsheim hat gewonnen und sich eine Wette überlegt.
Vier Teams, vier Herangehensweisen, ein Ziel: Der Sieg beim „Politischen Duell“, das der Landkreis anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums am Montag ausgerichtet hat. Wobei – ein politischer Wettstreit war es nicht, vielmehr durften sich die Bürgermeister und jeweils fünf Mitglieder aus ihrem Gemeinderat kulinarisch messen.
Die Kommunen Asperg, Pleidelsheim, Steinheim und Tamm hatten sich der Landkreis-Olympiade gestellt. Was ihre Herausforderung sein würde, wusste keiner der Kontrahenten. Erst kurz vor Beginn verkündete der Landrat Dietmar Allgaier den Teams die Aufgabe: Maultaschen mit einer vegetarischen Füllung, schwäbischer Kartoffelsalat und ein Nachtisch nach Wahl – allerdings mit Beeren als Zutat und ohne vorgegebenes Rezept. Dafür wurden alle kräftig digital von Mitbürgern aus den Kommunen mit Tipps und Ideen unterstützt.
Mayonnaise in den Salat?
Der Spaß kam nicht zu kurz. Der Pleidelsheimer Bürgermeister Ralf Trettner ging mit der Bratpfanne auf LRA-Pressesprecher Markus Klohr los, nachdem der den Hinweis eines mutmaßlichen Nichtschwaben aus dem YouTube-Kanal weitergegeben hatte, man könne den Kartoffelsalat doch auch mit Mayonnaise zubereiten. Natürlich ein absolutes No-Go im Ländle. Das Potenzial für den kulinarischen Fehltritt hatten die Pleidelsheimer durchaus, denn zwei Gemeinderäte bekannten sich zu ihrer Herkunft aus Norddeutschland, gefährdeten den späteren Sieg aber nicht und schälten fleißig Kartoffeln und Zwiebeln.
Die vegetarische Variante der Maultasche sei auch deshalb ausgewählt worden, weil sie klimaneutraler sei als die mit Fleisch, erklärte Stefanie Bartzsch, die als Fachbereichsleiterin für Kreisentwicklung, Klimaschutz, Mobilität und Tourismus mit stets wachem Auge die kommunalen Bestrebungen am Herd verfolgte.
Tamm kommt auf den vierten Platz
Die Teams aus Asperg und Tamm kosteten ihre über Jahrhunderte gepflegte Nachbarschaftsrivalität voll aus. „Wir reden da eigentlich von Asperg-Nord“, ulkte Aspergs Rathauschef Christian Eiberger in Richtung Kollege Martin Bernhard, der wiederum auf das Tammer Bier nichts kommen ließ und den Pleidelsheimern auch dadurch zum Sieg verhalf, dass er ihnen den Gerstensaft zum Ablöschen des Bräts zur Verfügung stellte.
Drei Stunden hatten die Teams in der Küche des Ernährungszentrums Zeit, dann wurden ihre Kreationen von einer siebenköpfigen Jury verkostet. Blind versteht sich. Jeweils bis zu zehn Punkte gab es für den Geschmack, die Kreativität und die Präsentation. Auch der Kreischef selbst probierte und bewertete. Am Ende hatte Pleidelsheim mit 354 Punkten die Nase knapp vor Asperg mit 348 Punkten. Steinheim landete mit 331 Zählern auf Platz drei und Tamm bildete mit 319 Punkten das Schlusslicht.
Landrat muss zum Arbeitseinsatz nach Pleidelsheim
Ralf Trettner und sein Team bringen aber nicht nur den Sieg mit nach Pleidelsheim. Sie haben sich auch einen Arbeitseinsatz des Landrats gesichert. Zumindest, wenn sie die Wette gewinnen, die sich Trettner ausgedacht hat. Er wette, dass die Pleidelsheimer das Zehnfache des Körpergewichts von Allgaier an Lebensmittelspenden für die Tafelläden im Kreis zusammenbekommen. „Der Landrat hat mir sein Gewicht zwar noch nicht verraten, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass wir mindestens 1000 Kilo brauchen“, sagt Trettner und lacht.
Details zur Wette sollen in Kürze folgen. Im Falle eines Wettsieges wird der Kreischef in einem Tafelladen arbeiten, ansonsten packt Trettner mit an. Darüber hinaus kann sich der komplette Pleidelsheimer Gemeinderat auf einen Besuch in der Lembergerland Kellerei in Roßwag freuen.