Drohnenangriffe haben die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien getroffen und Brände ausgelöst. Foto: AP

Der Angriff auf die Ölzentrale in Riad galt auch Trumps aggressiver Iranpolitik, der Saudi-Arabien bisher blindlings folgte, kommentiert Martin Gehlen.

Tunis - Erst war es ein Spiel mit dem Feuer, jetzt brennt es tatsächlich. Saudi-Arabiens größte Raffinerie steht in Flammen – ein Industriekomplex, von dem praktisch der gesamte Wohlstand des Landes abhängt, in die Luft gejagt von einer Handvoll Billigdrohnen. Jahrelang traktierte Riad den benachbarten Jemen mit hypermodernem, westlichem Waffenarsenal und bombardierte das Land in Schutt und Asche. Mit dem spektakulären Gegenangriff am Wochenende bekommt die Vormacht der Arabischen Halbinsel nun erstmals selbst eine empfindliche Rechnung präsentiert für den von ihr gegen die Huthis angezettelten Krieg.

 

Die Trümmer der gemeinsamen Anti-Iran-Strategie

Gleichzeitig stößt US-Präsident Donald Trump an die Grenzen seiner aggressiven Iranpolitik, der Saudi-Arabien bisher blindlings folgte und nun teuer dafür bezahlt. Denn die Islamische Republik lässt sich nicht einfach an die Wand quetschen und per Twitter aus dem Oval Office einschüchtern. Trotzdem setzte Trump zusammen mit dem saudischen Königssohn auf maximale Konfrontation. Im Iran erstickte das jede Diskussion über den künftigen Kurs der eigenen Nation und verhalf den Hardlinern zu unverhofftem Auftrieb. Seit dem Großbrand in Riads Ölzentrale aber stehen beide nun vor den Trümmern ihrer gemeinsamen Anti-Iran-Strategie.