Mit einem Tag der offenen Tür und einer Fahrzeugschau ist der 1,3 Millionen Euro teure Neubau des Katastrophen-Schutzzentrums in Betrieb gegangen. Foto: Horst Rudel

Ernst und Anita Tscheulin Haus heißt das neue Katastrophenschutz-Zentrum, das das Deutsche Rote Kreuz in Owen eingeweiht hat. Verkehrsgünstig gelegen, dient das 1,3 Millionen teure Zentrum künftig als Drehscheibe für Großeinsätze.

Owen - Nicht der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall, nicht die Owener Bürgermeisterin Verena Grötzinger, nicht der DRK-Vorsitzende Nürtingen-Kirchheim, Rolf Siebert, und auch nicht der DRK-Landesverbandschef Lorenz Menz haben den meisten Applaus für ihr Grußwort anlässlich der Einweihung des DRK-Katastrophenschutzzentrums in Owen bekommen. Es war die kürzeste Rede, die am Sonntag mit dem längsten Beifall bedacht wurde. Als Ernst Tscheulin mit einfachen Worten bekannte, dass das Werk wohlgelungen sei und seinen und den Vorstellungen seiner Frau Anita entspräche, wollten die Beifallskundgebungen der rund 500 Einweihungsgäste kaum enden.

Grundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt

Das Ehepaar Tscheulin war es gewesen, das den Grundstein für das 1,3 Millionen teure Zentrum gelegt hatte, indem es das Grundstück im Owener Industriegebiet Braike unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Jetzt, eineinhalb Jahre nach dem Entschluss der Privatleute, verfügt das Deutsche Rote Kreuz in verkehrsgünstiger Lage, kaum fünf Kilometer von der Autobahnauffahrt Kirchheim-Ost entfernt, über ein Einsatzzentrum, das, so der Tenor der Festredner, hoffentlich nie gebraucht wird.

Stromausfall, Hochwasser, Flugzeugabsturz, Sturm, Zugunglück auf der nahen ICE-Trasse, Massenzusammenstoß auf der Autobahn, Busunfall, Erdbeben – der Katastrophenszenarien gibt es viele. „Jetzt sind wir für den Fall der Fälle gerüstet“, würdigte Gall den Bau, der den Helfern nicht nur als Stützpunkt und Materiallager, sondern auch als Schulungszentrum dienen wird. In Kürze wird den Worten des Ministers zufolge zudem eine DRK-Rettungswache im Owener Industriegebiet Quartier beziehen. „Das verkürzt die Rettungsfristen für das Lenninger Tal erheblich“, ist sich Gall sicher. Bisher hätten die Rotkreuzler bei einem Notruf aus der Region um Teck und Hohenneuffen immer den weiten Weg aus Nürtingen auf sich nehmen müssen.

Nächstes DRK-Projekt: Neubau der Hauptrettungswache

Die Hoffnung, dass das Haus nie im aktiven Einsatz benötigt würde, teilte Gall mit dem Vorsitzenden des DRK im Altkreis Nürtingen, Rolf Siebert. Den hatte die Freude über den gelungenen Neubau nicht davon abgehalten, schon das nächste Großprojekt ins Auge zu fassen. „Wir warten auf den Förderbescheid für den Neubau der Hauptrettungswache in Nürtingen“, sagte er in Richtung des Ministers. Der Ersatzbau für die nicht mehr zeitgemäße Wache hat ein Bauvolumen von zwei Millionen Euro, die zu zwei Dritteln aus Eigenmitteln aufgebracht werden sollen.

Die Owener Bürgermeisterin, Verena Grötzinger, machte deutlich, dass das Katastrophenschutzzentrum nicht allein als Beleg dafür gelten könne, dass das Rettungswesen in der Region technisch gut aufgestellt sei. „Wir sind hier in Owen auch menschlich gut aufgestellt“, sagte die Rathauschefin unter Hinweis auf die Art und Weise seines Zustandekommens.

Über den Tag hinaus argumentierte auch Lorenz Menz, der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg. „Das Zentrum ist ein Zeichen der Hoffnung und ein Signal des Zusammenhalts in einer schweren Zeit“, betonte er.

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