Der Mord an zwei Jugendlichen und der Suizid ihrer Mutter bewegt die Menschen in Schwieberdingen. Foto: dpa/David Interlied (Symbolfoto)

Eine Mutter soll in Schwieberdingen erst ihre Kinder getötet und dann sich selbst das Leben genommen haben. Die Polizei gibt nicht viele Informationen dazu bekannt. Das hat Gründe.

Drei Menschen sind tot. In Schwieberdingen ist man schockiert – und wundert sich. Eine Mutter soll zuerst ihre beiden Teenager getötet und danach sich selbst das Leben genommen haben. Die Polizei sagt zu dem Fall sehr wenig, und dabei gibt es so viele offene Fragen. Warum halten sich die Ermittelnden so zurück?

 

Das hat mehrere Gründe. „Zum einen ist es rein juristisch ein klarer Sachverhalt“, sagt der Polizeisprecher Steffen Grabenstein vom Polizeipräsidium Ludwigsburg. Die Kripo kam aufgrund der Situation, in der die toten Kinder gefunden wurden, zu dem klaren Ergebnis, dass nur die Mutter als Tatperson in Frage kommen kann. Deswegen werde man auch keine weiteren Nachforschungen zur Todesursache anstellen. „Da eine Drittbeteiligung an der Tat ausgeschlossen werden kann, wurde von Obduktionen abgesehen“, teilt dazu die Staatsanwaltschaft mit.

Fall gilt als geklärt

Neben der Frage nach der Todesursache bleibt die über allem schwebende nach dem Warum der schrecklichen Tat. Zunächst war an Pfingsten die Mutter auf einem Feld bei Korntal-Münchingen tot aufgefunden worden. Bei den Ermittlungen stießen die Einsatzkräfte dann auf die Tochter (13) und den Sohn (17), die tot in der Wohnung lagen.

Diese Frage wird öffentlich nicht beantwortet werden. Nicht nur, weil der Fall als geklärt gilt. Sondern auch, weil es das „postmortale Persönlichkeitsrecht“ gibt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erläutert. Motive, die im persönlichen und damit höchst privaten Bereich liegen, werden nicht preisgegeben – das gilt nach dem Tode wie zu Lebzeiten. Das bezieht sich dabei selbstverständlich auch auf die Identität und die Familienverhältnisse der Toten, sowohl der Kinder als auch der Mutter.

Die Kinder der Frau sind laut der Polizei und der Staatsanwaltschaft zwischen Sonntagabend und Montagmorgen getötet worden. Die Leiche der Frau war am Montagmittag auf freiem Feld bei Korntal-Münchingen gefunden worden. Daraufhin fuhren Einsatzkräfte an die Wohnadresse und entdeckten die toten Kinder. In der 11 000-Einwohner-Gemeinde herrscht Entsetzen über die Tat, die erst am Mittwoch bekannt wurde – zunächst hatte die Information weiterer Familienmitglieder Priorität für die Polizei. Der Bürgermeister Nico Lauxmann unterbrach seine Ferien und seinen Wahlkampf in Kornwestheim und äußerte sich, dass er „fassungslos“ über die Nachricht gewesen sei.