Donald Trump bei der Queen: die Frackweste ist einen Tick oder zwei zu lang. Foto: AP

Donald Trump mag es gern dick und groß, auch bei seinem Besuch in Großbritannien. Deswegen hat er immer zu lange Krawatten um den Hals. Und bei der Frackweste ließ er es ordentlich raushängen. Der Stilcheck.

Stuttgart - Nur wenige Männer besitzen heute noch einen Frack und das passende Zubehör. Donald Trump gehört zu den Auserlesenen. Allerdings sollte man sich schlau machen, wie man so ein spezielles Teil angemessen trägt. Ansonsten kann man beim festlichen Staatsbankett im Buckingham-Palast auch gleich in Hawaiihemd, Shorts und Trekking-Sandalen erscheinen.

Provokationen und Präpotenz

Das einst unter dem Begriff „Großer Gesellschaftsanzug“ bekannte Ensemble besteht im Wesentlichen aus schwarzem Frack mit den typischen Schwalbenschwänzen, schwarzer Frackhose, weißer Weste und einem weißen Frackhemd mit Stehkragen. Nicht zu vergessen: schwarze Lackschuhe und die weiße Fliege. Von farblichen Spielereien sollte man absehen, vor allem dann, wenn die Queen eingeladen hat. Viel kann man eigentlich bei so einer Garderobe nicht falsch machen, doch der US-amerikanische Präsident und seine Stilberater sind Meister darin, die diplomatischen Gepflogenheiten und gesellschaftlichen Konventionen durch Provokationen und Schlampereien zu diskreditieren. Trump lässt deshalb nicht nur seine rote Krawatte normalerweise in präpotenter Weise fast bis zu den Kniekehlen baumeln, nein, er trägt auch bei der Visite in Großbritannien seine Weste zum Bankett überlang. Die Weste sollte aber nicht länger sein als die vordere Länge des Fracks oder maximal zwei Finger breit. Trumps Frack wirkt dagegen wie ein in der Kochwäsche geschrumpftes Bolero-Jäckchen eines verwirrten Tanzbären beim Opernball. Das Gegenteil von Eleganz? Trump.

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