Die Ditzinger feierten zum 17. Mal ihr zweitägiges Hafenscherbenfest. Die Hauptbühne stand auf dem Laien, das Festgelände erstreckte sich weiträumig in der Innenstadt. Foto: Jürgen Bach

Gerlingen eröffnet sein Straßenfest am Samstag um 15 Uhr. Eine Stunde später folgt der Startschuss für das Ditzinger Hafenscherbenfest. So unterschiedlich die Veranstaltungen sind, sie eint eines: Die Gemeinschaft der Feiernden.

War der gelungene Fassanstich im vergangenen Jahr, waren die beiden Schläge, die der Bürgermeister Dirk Ostringer zur Eröffnung des Gerlinger Straßenfestes benötigte, nur Zufall? Von „Glücksschlägen“ sei die Rede gewesen, erzählt Oestringer launig am Samstag dem prominent besetzten Publikum, darunter Gerlingens Ehrenbürger und Alt-Bürgermeister Albrecht Sellner sowie Oestringers unmittelbarer Amtsvorgänger Georg Brenner. Das mache die Erwartungshaltung des Publikums am Samstagnachmittag nicht geringer – die Last auf den Schultern des Rathauschefs auch nicht, wie dieser gestand.

 

Letztlich belehrte Oestringer alle, die vorher noch gewitzelt hatten, eines Besseren: Nach nur einem Schlag saß der Zapfhahn fest, das Freibier floss.

Auf der Suche nach dem schattigen Plätzchen

Mehr als 30 Vereine, Kirchen und Organisationen hatten für zwei Tage lang ihre Stände in der Ortsmitte aufgebaut. Zur Eröffnung hatten sich die Gäste auf dem Rathausplatz unter den Sonnenschirmen gedrängt. Schattige Plätzchen fanden sich allerdings auch auf Sitzgelegenheiten an der Mauer des Alten Rathauses.

Auch wenn am Nachmittag mehr noch der schattige Sitzplatz gesucht wurde, als in der Hauptstraße flaniert wurde, so zeichnete sich dort schon ab, was die zweitägige Veranstaltung ist – und, so Oestringer, während der Pandemie gefehlt habe: Ein Fest der Bürger für die Bürger, das Gemeinschaft stifte. Auch deshalb würdigte Oestringer den Festausschuss unter seinem Vorsitzenden Siegfried Hahn für die Realisierung der Traditionsveranstaltung.

Mehrere Tausend Besucher waren erwartet worden

Mehrere Tausend Besucher wurden im Vorfeld sowohl in Gerlingen als auch bei den Nachbarn in Ditzingen erwartet. Die Große Kreisstadt hatte zum Hafenscherbenfest geladen. Das zentrale Fest der Stadt findet – anders als das Gerlinger Straßenfest – alle zwei Jahre statt. Am zweiten Tag luden die Ditzinger Einzelhändler in der Innenstadt zudem zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Bevor diese von 13 Uhr an ihre Türen geöffnet hatten, waren die Flohmarktstände in der schattigen Markt- und Münchinger Straße bereits gut bestückt: Spielzeug, Geschirr, Kinderbekleidung, Skistiefel – die Vielfalt war groß.

Die Partnerstädte sind auch dabei

Derweil spielte am frühen Sonntagmittag die Stadtkapelle auf dem Laien, wo die Hauptbühne aufgebaut worden war. Unter anderem erklang „My way“ von Frank Sinatra, später zeigten unter anderem die Sportler des Teakwon-Do-Vereins ihr Können. Die Ehrenamtlichen an den Getränke- und Speisenausgaben indes waren gefordert: Der verlockende Duft eines vielfältigen gastronomischen Angebots lag weithin wahrnehmbar in der Luft. Hier wie dort waren zudem die Partnerstädte der beiden Kommunen mit eigenen Ständen und traditionellen Köstlichkeiten präsent.

Die Kinder hatten in beiden Kommunen ihren Bereich: in Gerlingen war dieser auch auf dem Platz vor der Stadthalle gegeben. In der Nachbarstadt war der Schlossgarten ein gut genutzter Bereich – nicht nur von den Kindern: Das Grün in der Ortsmitte spendete erholsame Kühle. Die rollende Kinderturn-Welt der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg lud dort die Kleinen zum Austoben ein – während die Erwachsenen dort auf den Sitzmöbeln den Abstand zum gleichwohl nur wenig entfernten Trubel genossen.