Die Rocco-Bar im Leonhardsviertel hat einen neuen Anstrich. Foto: L/ichtgut/Leif Piechowski

Wie viel Farbtupfer verträgt das Stuttgarter Leonhardsviertel? Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle zumindest findet, dass die Rocco-Bar in einem unmöglichen Ton gestrichen sei.

S-Mitte - Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Dieses Mal im Fokus: Der neue Farbanstrich der Dancing-Bar Rocco in der Altstadt. Noch bevor diese überhaupt eröffnet wurde, ist sie schon Stadtgespräch. Im Mittelpunkt steht jedoch weniger die Bar, sondern ihr äußeres Erscheinungsbild.

Früher war es baby-rosa und braun

Das Haus der ehemaligen Bier-Bar, in der einst der Kunstfälscher Konrad Kujau gern gefeiert hatte, hat vor kurzem einen neuen Anstrich bekommen. Statt der Kombination baby-rosa und braun, erstrahlt es nun in dem Farbmischton orange-rot-pink (auch unter dem Farbnamen Koralle bekannt) – und das inmitten von denkmalgeschützten Gebäuden. Belebend und so gar nicht störend, finden die einen. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle hat dazu eine andere Meinung: „Dieses Viertel hat es verdient, liebevoll und mit vorsichtiger Hand behandelt zu werden.“ Sie habe derzeit nicht das Gefühl, dass nach diesem Prinzip gehandelt werde. Man müsse die Frage stellen, ob das noch angemessen sei. „Ich finde, dass dieser Farbton unmöglich ist“, so Kienzle.

Stadt redet mit Eigentümern

Schwerwiegender als Geschmack ist in diesem Fall die rechtliche Lage. Laut einem Sprecher der Stadt hat man bereits reagiert und steht bereits mit den Eigentümern und Mietern in Kontakt. Denn: Das Gebäude stehe in einem Erhaltungsgebiet, was soviel bedeutet, dass jegliche Veränderungen genehmigt werden müssen. So auch eine neue Farbe an der Hauswand. Bezirksvorsteherin Kienzle findet: „Auch wenn das Haus nicht denkmalgeschützt ist, kann nicht jeder machen, was er will.“ Es sei eben eine sehr auffällige Farbe und aufgrund des historischen Baubestands in der Altstadt sei diese aus ihrer Sicht „schwer tragbar“.

Darf das Gebäude so bleiben?

Die Inhaber der Bar wollen sich indes nicht äußern. Ob der Farbtupfer dem Leonhardsviertel nun erhalten bleibt oder nicht? Die Stadt jedenfalls hat nun die Beteiligten dazu aufgefordert, ein Farbkonzept vorzulegen. Das sei notwendig, um eventuell den jetzigen Zustand zu genehmigen.

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