Max Trautwein, Kho Pei Yun Esther und Tim Grüttner Foto: Peter Buchholtz

Mit großem Aufwand wurde beim „Fern Ost Fest“ Singapurs Küche in die Landeshauptstadt verlagert.

S-West - Zu scharf dürften die Gerichte nicht sein, sagt Kho Pei Yun Esther. Ansonsten sei das, was beim „Fern Ost Fest“ auf den Tisch kommt, aber unvergleichbar authentisch. Die 34-jährige Singapurerin hat gemeinsam mit einem deutsch-singapurischen Team die Karte für das Fest bestimmt, das vom 12. bis 21. Oktober auf dem Gelände des Dillmann-Gymnasiums veranstaltet wurde. Ausgesucht wurden für Singapur charakteristische Speisen, von denen sich die Macher versprachen, dass sie von den deutschen Gästen gut angenommen werden.

Zu Recherchezwecken war das Team aus Singapur bereits im Sommer in Stuttgart zu Gast. „Bisher haben wir hier kein singapurisches Restaurant entdeckt“, sagt Kho Pei Yun Esther. Sie hätten thailändische, vietnamesische und chinesische Restaurants gefunden, aber eben keine singapurische Küche. „Wir lieben Essen in Singapur, und es gibt eine breite Zustimmung zur Küche anderer Länder.“

Einige Produkte mussten sie erst importieren

Mit fremdländischen Küchen kennt sich Max Trautwein bestens aus. Der Gastronom – bekannt durch das Gasthaus zur Linde – betreut mit seiner Cateringfirma das kulinarische Angebot bei dem Fest im Stuttgarter Westen. Auch er habe sich mit seinem Team schon seit Juli damit beschäftigt, wo die richtigen Produkte in Deutschland aufzutreiben sind. Das meiste hätten sie auch auf deutschen Märkten gefunden, ein paar Produkte mussten jedoch importiert werden. „Dadurch kriegt man das authentisch hin“, sagt Trautwein. In der Küche in Plieningen wurden die Gerichte unter Anleitung der singapurischen Sachverständigen vorproduziert, am Dillmann-Gymnasium kümmerte sich ein Team aus 25 Leuten um Zubereitung und Service.

Die Verständigung mit den Singapurern sei überhaupt kein Problem, dank der sehr guten Englischkenntnisse der Gäste aus Fernost. „Das ist das Schönste“, schwärmt Trautwein. Bei den 4000 Besuchern, die das Fest bis einschließlich Donnerstag besucht hatten, waren besonders das gebratene Huhn mit Reis und der Kokosnuss-Reis mit einer frittierten Hähnchenkeule beliebt. Die Satay-Spieße, klassisches Streetfood aus Singapur, das dort direkt vom Holzkohlegrill in die Hand verkauft wird, waren sogar so gefragt, dass vor dem Pavillon ein weiterer Stand aufgebaut wurde. Ursprünglich hätte das Fest unter der Woche gar nicht öffnen sollen. Spontan wurde dann aber auch von Montag bis Freitag von 18 bis 21 Uhr aufgemacht. Das kulinarische Angebot war dabei für die Besucher wie auch am Wochenende kostenlos.

Im nächsten Jahr wollen die Veranstalter mit dem Fest in die Innenstadt gehen

Wie das Fest und die enormen Kosten gestemmt wurden, dazu kann Tim Grüttner keine genaue Aussage treffen. Er ist der Leiter des deutschen Büros der S-One Stuttgart-Singapur-Gruppe. Lediglich, dass die singapurische HEAD Foundation (Human Capital & Education for Asian Development; Humankapital & Bildung für die asiatische Entwicklung) und die Dillmann-Stiftung das Fest finanzierten, könne er sagen.

Mit bis zu 7000 Besuchern rechneten die Organisatoren bis Veranstaltungsende am Sonntagabend. Tim Grüttner freut sich über den hohen Zuspruch. Im nächsten Jahr wollen die Veranstalter mit dem „Fern Ost Fest“ in die Innenstadt gehen, auf einen von Stuttgarts Plätzen.

Ob Kho Pei Yun Esther auch im nächsten Jahr dabei sein wird, ist noch offen. Einige der Gäste hätten bereits von ihr gefordert, ein singapurisches Restaurant in Stuttgart zu eröffnen. In ihrer Zeit hier hat sie sich bereits umgeschaut und mit der schwäbischen Küche auseinandergesetzt. Ihr Favorit: Flädlesuppe mit einer kräftigen Rinderbrühe. Das werde sie auf jeden Fall nachkochen, wenn sie zurück in Singapur ist.

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