1969: Als 27-Jähriger führt Muammar al-Gaddafi einen weitgehendfriedlichen Putsch an, mit dem die erst seit 1951 bestehende Monarchie gestürzt wird, und etabliert sich bald als unangefochtener Herrscher im Land. Gaddafi leitet sozialistische Reformen ein, viele Unternehmen werden verstaatlicht. Foto: dpa

Zwei Monate nach seinem Sturz ist Gaddafi nach Angaben des Übergangsrates getötet worden.

Tripolis - Die mehr als vier Jahrzehnte währende Herrschaft von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist endgültig vorbei: Zwei Monate nach seinem Sturz ist der 69-Jährige nach Angaben des Übergangsrates getötet worden. „Alle Hinweise, die wir haben, besagen, dass Oberst Gaddafi Geschichte ist“, sagte Informationsminister Mahmud Schammam am Donnerstag dem Nachrichtensender CNN. Gaddafi sei während der Gefechte in seiner Heimatstadt Sirte von Milizionären getötet worden. Der Übergangsrat wollte sich noch am Donnerstag äußern.

Die genauen Umstände des Todes waren am Donnerstag noch unklar. Nach widersprüchlichen Berichten soll Gaddafi entweder während der Flucht aus einem Haus, in einem Autokonvoi, in einem Erdloch oder aber versteckt hinter großen Betonröhren getötet worden sein. Von Gaddafi fehlte seit dem 27. August jede Spur. Neben dem Diktator soll auch dessen Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi getötet worden sein.

Verletzter Sohn Gaddafis wohl ebenfalls in Hand der Milizionäre

Außerdem soll sich der verletzte Gaddafi-Sohn Mutassim in den Händen der Milizionäre befinden, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira. Sollten sich die Berichte über den Tod Gaddafis und den Fall seiner Heimatstadt Sirte bestätigen, wäre der Weg frei für den Aufbau eines neuen Libyens. Der Übergangsrat hat angekündigt, eine neue provisorische Regierung zu bilden und demokratische Wahlen abzuhalten. „Heute kann Libyen eine neue Seite in seiner Geschichte aufschlagen und eine neue demokratische Zukunft beginnen“, heißt es in einer Erklärung von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: