Klaus Duffner Foto: Barnerßoi

Diebe haben am Wochenende vom 4. bis 5. Mai 2013 mehrere Kindergärten im Bezirk Sillenbuch heimgesucht.

Sillenbuch - Am Montag, 6. Mai, haben sich die Knirpse im Riedenberger Kinderhaus Wirbelwind auf Räuberjagd begeben. „Sie sind mit Koffern rumgelaufen und haben Spuren gesichert“, erzählt die Leiterin Sigrid Breimaier. Wie man Schurken am besten überführt, haben sich die Kinder bei den Fachleuten abgeguckt. An jenem Montag waren nämlich Mitarbeiter der Spurensicherung im Wirbelwind – auf der Suche nach Hinweisen zu den Einbrechern.

Die unbekannten Täter haben sich vermutlich in der Nacht von Samstag, 4. Mai, auf Sonntag, 5. Mai, Zutritt zu der katholischen Einrichtung an der Schemppstraße verschafft. Gestohlen haben sie laut Sigrid Breimaier nichts. „Die suchen nur nach Geld“, sagt sie und spricht aus Erfahrung. In dem Kindergarten sei schon öfter eingebrochen worden.

Eine Station von mehreren

An besagtem Wochenende war das Riedenberger Kinderhaus Wirbelwind jedoch lediglich eine Station von mehreren auf dem Beutezug des oder der Einbrecher. Nach Angaben der Polizei mussten die Eltern und Erzieher von mindestens fünf Kindergärten im Stadtbezirk nach der Nacht zum Sonntag, 5. Mai, feststellen, dass sich irgendjemand verbotenerweise in ihren Räumen herumgetrieben hatte.

Am Riedenberger Dattelweg haben die Diebe gleich zweimal zugeschlagen: zum einen im Waldorfkindergarten, zum anderen im Kinderhaus Heuschrecken. Betroffen waren zudem das Kinderhaus Sillenbuch an der Spaichinger Straße und das katholische Kinderhaus Pusteblume an der Kleinhohenheimer Straße.

Im Waldorfkindergarten Riedenberg sind die Einbrecher leer ausgegangen, sagt die Geschäftsführerin Almut Abdallah. „Sie haben gesucht, aber nichts gefunden.“ Gleich nebenan, bei den Heuschrecken, haben die Ganoven etwa 50 Euro gestohlen – aus dem Spind einer Mitarbeiterin und aus der Spardose in der Küche.

Der Kindergarten war ziemlich verwüstet

Der oder die Einbrecher seien nur im Erdgeschoss unterwegs gewesen, berichtet die pädagogische Leiterin Daniela Lock. „Der muss ertappt worden sein.“ Der Kindergarten sei nach dem nächtlichen Besuch ziemlich verwüstet gewesen. Fenster und Türen sind bei all den Kindergärten, die die Einbrecher ausgesucht hatten, kaputt.

Beim Kinderhaus Sillenbuch an der Spaichinger Straße haben die Unbekannten beide Gebäude der Einrichtung durchsucht und 102 Euro aus der Flohmarkt-Kasse erbeutet, berichtet der Erzieher Klaus Duffner. „Die waren nur am Bargeld interessiert“, sagt er. Denn den Computer und die Kamera hätten die Diebe nicht eingesteckt. Im Kinderhaus sei erst vor ein paar Monaten eingebrochen worden, sagt Duffner zudem.

Die Polizei ermittelt nun

Die Polizei kann bislang nur mutmaßen, was sich am Wochenende in Sillenbuch abgespielt hat. Auch über den oder die Täter ist noch nichts bekannt. „Die Ermittlungen laufen erst an“, sagt Sybille Ahlborn, eine Sprecherin der Stuttgarter Polizei. „Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine Täterschaft handelt.“ Sprich, dass die Einbrüche in einem Zusammenhang stehen. „Es sieht danach aus, als hätte jemand eine Runde gedreht“, sagt Ahlborn. Derzeit würden die gefundenen Spuren ausgewertet.

Bei den Heuschrecken war die Aufregung nach dem Wochenende groß. „Manche Kinder sind am Montag nicht in den Kindergarten gekommen, weil sie in der Nacht schlecht geträumt haben“, sagt die pädagogische Leiterin Daniela Lock. Anders als die Knirpse vom Kinderhaus Wirbelwind hatten sie nicht die Muße, sich selbst als Spurensicherer zu versuchen.

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