Die Deutschen essen zu viel Zucker. Doch freiwillig werden sie ihren Konsum nicht ändern. Warum Verbraucher-Redakteurin Hanna Spanhel für eine Zuckersteuer in Deutschland plädiert.
Stuttgart - Mehr als die Hälfte der Deutschen ist dem Statistischen Bundesamt zufolge übergewichtig. Das birgt nachgewiesenermaßen enorme gesundheitliche Risiken. Als zentralen Grund führen Experten einen deutlich zu hohen Zuckerkonsum an. Daran allerdings ändert sich seit Jahren nichts – trotz aller politischen Beteuerungen, mit Aufklärung gegenzusteuern. Eine aktuelle Studie der Krankenkasse AOK zeigt etwa, dass der Zuckergehalt in Müslis und Co. im Schnitt fast doppelt so hoch ist, wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.
Das Beispiel zeigt: Mit Aufklärung alleine ist es hier nicht getan. Neben einer Verhaltensprävention bedarf es dringend auch einer Verhältnisprävention. Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel würde den Griff zum Ungesunden erschweren – und gesunde Lebensmittel entsprechend attraktiver machen. Eine solche Maßnahme nimmt auch die Produzenten in die Verantwortung. So haben die Hersteller in Großbritannien ihre Rezepte geändert, noch bevor die Steuer auf gesüßte Getränke eingeführt war. Das sollte der deutschen Politik ein Beispiel sein.
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