1944 bis 1968: Man nannte ihn ehrfurchtsvoll den "Doktor" - Dr. Fritz Walter (1900 - 1981) führt den VfB Stuttgart durch die goldenen 50er Jahre. Zweimal werden die Roten unter seiner Ägide deutscher Meister (1950 und 1952), zweimal Pokalsieger (1954 und 1958), 1963 auch Amateurmeister. Außerdem stellt der VfB einen Großteil der Besetzung der deutschen Nationalelf. 1968 tritt der Cannstatter Oberstudienrat zurück - aus Altersgründen. Foto: VfB Stuttgart

Sieben Präsidenten haben den Roten seit Gründung der Bundesliga ihren Stempel aufgedrückt - seit dem 9. Oktober lenkt Wolfgang Dietrich als achter die Geschicke des Vereins. Wir blättern im Fotoalbum der Klubchefs.

Stuttgart - Gerhard Mayer-Vorfelder bleibt wohl unerreicht. 25 Jahre führte er den VfB Stuttgart als Präsident. Gerd Mäuser beispielsweise geht dagegen als kurze Episode in die Historie ein. Sechs Präsidenten haben den Roten seit Gründung der Bundesliga ihren Stempel aufgedrückt - mal mehr, mal weniger sichtbar. Und mit Wolfgang Dietrich hat am 9. Oktober der achte Präsident bei den Schwaben das Ruder übernommen.

Fritz Walter ist der erste - und zwar nicht der Fritz Walter, an den man als VfB-Anhänger beim Klang dieses Namens als erstes denkt. Dr. Fritz Walter, respektvoll "der Doktor" genannt, führt den VfB Stuttgart von 1944 bis 1968 - und damit auch fünf Jahre in der neu gegründeten Bundesliga.

Sein Nachfolger Hans Weitpert agiert eher unglücklich: Der als "Lila Hans" bekannte Schöngeist (eine Anspielung auf sein gefärbtes Haar) bleibt nicht mit sportlichen Erfolgen, sondern mit Bonmots wie dem "Librio" im Gedächtnis. Am Ende seiner Amtszeit findet sich der Verein in der zweiten Liga wieder.

"Die Nacht der langen Messer"

In der "Nacht der langen Messer" nimmt 1975 Gerhard Mayer-Vorfelder den roten Präsidentenstuhl ein - und bleibt dort 25 Jahre. Bewaffnet mit seinem berühmten Haifischlächeln lässt MV alle Kritik an sich abperlen - ob sein Gegenüber ihn liebt oder hasst, ist dem CDU-Haudegen ziemlich schnuppe.

Bei seinem Rücktritt im Jahr 2000 hinterlässt Mayer-Vorfelder seinem Nachfolger Manfred Haas einen Schuldenberg in Höhe von etwa 15 Millionen Euro. Notgedrungen wird Haas zum Sparfuchs und setzt auf günstige Spieler aus der eigenen Jugend - eine gute Erscheinung, denn die "jungen Wilden" vom VfB werden zum Schrecken der Bundesliga und ziehen 2003 sogar in die Champions League ein. Die Herzen der Fans erobert Haas dennoch nicht. Schließlich wird dem Chef der SV-Versicherungen die Doppelbelastung zu groß.

Der erste hauptamtliche VfB-Präsident wird 2003 Erwin Staudt. Der frühere IBM-Deutschlandchef setzt die Weichen für den Stadionumbau und kann sich 2007 über die dritte Meisterschaft seiner Roten freuen. 2011 zieht sich Staudt auf den Posten des Ehrenpräsidenten zurück.

Mäuser und Wahler mit kurzen Intermezzi

Sein Nachfolger Gerd Mäuser macht sich mit seiner teils recht ruppigen Art keine Freunde. Mitarbeiter führen sich gegängelt, Sponsoren missachtet. Mäuser schimpft über Journalisten und mäkelt in der Öffentlichkeit über das VfB-Eigengewächs Julian Schieber. Irgendwann reicht es dem Aufsichtsrat: Mäuser muss Anfang Juni 2013 seinen Hut nehmen.

Ihm folgt am 22. Juli der ehemalige Adidas-Manager Bernd Wahler, der mit einem Traumergebnis von 97,4 Prozent bei der Mitgliederversammlung zum neuen VfB-Präsidenten gewählt wird. Und auch Wahler darf nicht lange die Geschicke des Vereins lenken. Nach dem Abstieg am Ende der Saison 2015/16 wirft Wahler die Brocken hin.

Sein Nachfolger erreicht bei Weitem nicht Wahlers Ergebnis: Der umstrittene ehemalige S21-Sprecher Wolfgang Dietrich übernimmt am 9. Oktober 2016 den Posten - mit mageren 57,2 Prozent der Stimmen.

In unserer Bildergalerie stellen wir die sieben Präsidenten des VfB Stuttgart seit Beginn der Bundesliga vor!

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