Die Loveparade in Berlin war ein wegweisenden Phänomen der Neunzigerjahre. Feierfreudige Technojünger strömten zu Tausenden in die Hauptstadt und feierten eine große, friedliche Party. Foto: AP

Alles schon einmal da gewesen: nach dem Achtzigerjahre-Revival besinnt man sich inzwischen auf die Neunziger – dem Jahrzehnt des Grunge, Techno, der Boygroups und der Girlies. Was war eigentlich so besonders an diesem Jahrzehnt?

Berlin - Von Pulp Fiction bis Nirvana: im Kino und im Fernsehen, in der Mode, in der Musik und selbst im Museum begegnet einem das Party-Jahrzehnt wieder. „Wir leben in Zeiten der Retrotopia, die Utopie liegt irgendwie in der Vergangenheit, weil uns momentan eine zukunftsfähige Vision fehlt“, erklärt der Zukunftsforscher Tristan Horx. Die Neunziger-Nostalgie-Welle überrascht ihn nicht: „Diese Vergangenheitsmomente kommen immer wieder, mit den Siebzigern war es genauso.“ Mehrere Bücher sind bereits erschienen, die sich mit dem Jahrzehnt des Grunge, der Loveparade und der Boygroups beschäftigen.

Ausstellung in Berlin huldigt den Neunzigerjahren

Der Autor Joachim Hentschel beschreibt in seinem Buch „Zu geil für diese Welt“ (frei nach dem Hit der Fantastischen Vier aus den Neunzigern), das Jahrzehnt sei ein „Scharnier zwischen zwei Zeitaltern“ gewesen. In „Wir Kinder der Neunziger: Alles, was wir damals liebten (und was uns heute peinlich ist)“ kann man sich nostalgischen Erinnerungen hingeben. In Berlin huldigt die Dauerausstellung „Nineties Berlin“ dem Neunzigerjahre-Kult. „Here we are now, entertain us“ steht auf einem Banner über dem Eingang zum Museum „Alte Münze“ in Berlin-Mitte. Das Zitat stammt aus dem Nirvana-Hit „Smells like Teen Spirit“. Einen Blick zurück auf das Party-Jahrzehnt werfen wir in unserer Bildergalerie.

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