Bei Sonja Merz knallen die ersten Schampuskorken Vorglühen auf dem Cannstatter Volksfest

Von Uwe Bogen 

Volksfest-Wirtin Sonja Merz (rechts) mit  der Familie ihres Mannes Konstantin Merz (links), dessen Sohn Frederik Merz, Mutter Christa Merz  und  Vater Volker Merz, der in der vergangenen Woche 96 Jahre alt geworden ist. Foto: Andreas Engelhard
Volksfest-Wirtin Sonja Merz (rechts) mit der Familie ihres Mannes Konstantin Merz (links), dessen Sohn Frederik Merz, Mutter Christa Merz und Vater Volker Merz, der in der vergangenen Woche 96 Jahre alt geworden ist. Foto: Andreas Engelhard

Am Freitag startet das Cannstatter Volksfest, doch die ersten Schampuskorken knallten bereits am Dienstag auf dem Wasen. Wirtin Sonja Merz lud im wahrsten Sinne des Wortes zum Vorglühen ihres gigantischen Weißwurstkessels ein.

Stuttgart. - Steht das Cannstatter Volksfest für immer und ewig im Schatten des Münchner Oktoberfestes? Müssen in Dirndl und Lederhose vernarrte Schwaben alles nachmachen? Von wegen! Es gibt kleine, aber feine, ja durchaus freiheitsliebende Unterschiede, wie das Beispiel der Weißwurst zeigt. Der Mythos im Schweinedarm wird an der Isar unter ganz strenger Vorschrift zelebriert – am Neckar aber ist man weitaus liberaler. Wirtin Sonja Merz hat am Dienstag darauf mit Gästen in ihrem Zelt angestoßen. Die ersten Schampuskorken knallten schon vor dem offziellen Start des 200-Jahr-Wasen-Jubiläums.

Sonja Merz ist seit 1981 auf dem Wasen

Das bayerische, mit Brät gefüllte Nationalgericht darf in seiner Heimat die Zwölf-Uhr-Glocken nicht hören – nach uraltem Brauch muss das pralle, dralle Würstchen zuvor verputzt werden. Jenseits des Weißwurstäquators, also bei uns, sieht man das nicht so eng. Die Festwirtin Sonja Merz wird ihre von schwäbischen Metzgern produzierten Weißwürste großzügig bis 15 Uhr servieren. Ihr neues Wasenangebot ist das sonn- und feiertägliche Frühstück. „Damit wollen wir einen Anreiz schaffen, nicht immer nur abends auf das Volksfest zu kommen“, sagt die Gastronomin, die seit 1981 auf dem Wasen in unterschiedlichen Bereichen mitwirkt und nun ihren nagelneuen Kessel vorab zum Glühen brachte. Sie lud also im wahrsten Sinne des Wortes zum Vorglühen ein.

Die Premiere ihres in Tirol angefertigen Weißwurstkessels mit einem Fassungsvermögen von 400 Liter feierte sie mit geladenen Gästen, darunter waren die Macher des Stuttgart Electronic Music Festivals (sie laden für den 9. Oktober erstmals zu einer Wasenparty ein), DJ-Legende Uwe Sontheimer, in.Stuttgart-Geschäftsführer Andreas Kroll, der Künstler und Ex-Wirt Romulo Kuranyi, Gastroberater Klaus Schöning, Boa-Chef Werner Find, PR-Experte Michael Stümpflen, Antiquitätenhändler Frank Zimmermann, Stuggi.TV-Chef David Rau sowie die Familie von Schulleiter Konstantin Merz, des Ehemanns der Wirtin. Volker Merz, der frühere Leiter der Merz-Schule an der Geroksruhe, feierte kürzlich seinen 96. Geburtstag.

Die uralte Frage lautet: Kommt es auf die Größe an?

Die Gäste durften zwei verschiedene Weißwürste zuzeln, zu süßem Senf und Brezeln probieren und dann sagen, welche ihnen besser schmeckt. Kommt es auf die Größe an? Die uralte Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die kleineren Würste sind bei den einen Gästen besser, die größeren bei den anderen angekommen. Wie immer ist es Geschmackssache, welche Würze man besser findet. Qualität ist entscheidender als die Größe – wie wahr! Besonders gut weiß man dies auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt. Bei Sonja Merz hat sich gezeigt: Die Vorfreude auf den Wasen ist groß!

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