Sofia Emilsson mit ihrer wertvollen Geige, die ihr die Deutsche Stiftung Musikleben zur Verfügung stellt. Foto: Armin Friedl

Sofia Emilsson aus Leinfelden-Echterdingen spielt eine wertvolle Geige aus dem 18. Jahrhundert. Das Instrument ist eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben. Die 14-Jährige gewinnt damit bei vielen Wettbewerben.

Um wie viel besser klingt eine wertvolle historische Geige, die einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag wert ist, als ein aktuelles handelsübliches Instrument, das man im vierstelligen Bereich bekommt? – Sofia Emilsson greift zum Notenstapel und legt ein Stück von Tschaikowsky aufs Pult. Für solch einen Klangtest ist das eine ideale Wahl: Da sind lang gezogene melodische Bögen drin, die besonders gefühlvoll gespielt werden wollen. Zudem viele kurze Notenwerte, die laut und hastig rüberkommen sollen. Und es sind große, fast dissonante Tonsprünge drin, die noch niemand im 18. Jahrhundert auf dem Notenpapier hatte, als das Instrument wohl im italienischen Cremona gebaut wurde.

 

Der Ton schmeichelt dem Gehör

Zwei Mal hintereinander spielt es die 14-Jährige aus Leinfelden-Echterdingen. Einmal mit dem historischen Instrument, das sie als Leihgabe von der Deutschen Stiftung Musikleben hat. Und auf der Geige, die bislang ihr treuer Begleiter war. Und siehe da: All dieses riesige Klangspektrum krönt das alte Instrument zusätzlich noch mit einem holzigen, warmen Unterton, der sehr angenehm dem Gehör schmeichelt. Es ist eben wie der Unterschied zwischen einer digitalen Musikanlage und einem hochwertigen Hifi-Ensemble: Gut kommt die Musik in beiden Fällen rüber, doch die Hifi-Komponenten bringen zusätzlich einen Unterton mit, der eher schwingt als zuspitzt. Beim Live-Vortrag heißt das freilich für Sofia Emilsson, dass sie auf der alten Geige wirklich ganz exakt spielen muss, schon nur leicht schräge Töne zerstören das zarte Klanggespinst. Die klanglichen Schärfen des Stücks entfalten da immer noch ihre Wirkung.

Viele Preise eingesammelt

Dieses wertvolle Instrument kann sie für zunächst zwei Jahre nutzen. Etwa 250 wertvolle Streichinstrumente stehen der Stiftung zur Verfügung. Davon sind etliche in Privatbesitz. Das ist ganz schön viel. Und gleichzeitig ist das Interesse der jungen Musiker groß, solch ein Instrument auf Zeit mit nach Hause nehmen zu können. Wettbewerbe wie Jugend musiziert sind ein guter Anlass, diesbezüglich auf sich aufmerksam zu machen. Sofia Emilsson hat schon viele erste Preise eingesammelt auf Regional- , Landes- und Bundesebene, ebenso beim Tonkünstlerwettbewerb sowie beim Musiktalentwettbewerb in Köln. In diesem Jahr hat sie beim „Concurs Flame“ in Paris den ersten Preis gewonnen, ebenso beim Bernhard-Krol-Wettbewerb.

Ein Haus mit viel klassischer Musik

Die Jugendliche ist bereits sehr versiert, was durchaus anerkannt wird. Sie ist im Hochbegabtenzug des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums, seit September 2021 wird die 14-Jährige an der Stuttgarter Musikschule in der studienvorbereitenden Klasse gefördert. Dort spielt sie regelmäßig im Jugendkammerorchester, seit Sommer 2022 ist sie Mitglied im Landesjugendorchester.

Sofia Emilsson kommt aus einer sehr musikalischen Familie. Ihre drei älteren Schwester spielen klassische Musik, auch die Eltern haben hauptberuflich mit klassischer Musik zu tun. Und auch die Schwestern gehen den Weg über die Deutsche Stiftung Musikleben. Das heißt, sie bewähren sich in diversen Wettbewerben und bekommen so die Möglichkeit, auf wertvollen historischen Instrumenten zu spielen. Ihre Mutter Regina Emilsson sieht das pragmatisch: „Nur so ist es für uns möglich, dass alle ein gutes Instrument haben zum Musikmachen.“ Und das Ambiente in der Wohnung ist schon sehr dazu angetan, sich in die Musik von Beethoven und Co. zu vertiefen, sei es als Musiker oder als Zuhörer.

Wertvolle Instrumente

Seit einem halben Jahr spielt Sofia Emilsson nun auf der bewährten Geige: „Mir war schnell klar, dass es genau diese sein muss. Da hatte ich das Glück, dass ich aus drei Instrumenten das richtige auswählen konnte.“ Und wenn sie in Sachen Musik dran bleibt, kann sie auch noch lange Freude an diesem Instrument haben: Auch für das Studium stellt die Stiftung wertvolle Instrumente zur Verfügung. Bis zum 30. Lebensjahr der Musikerinnen und Musiker ist das möglich. Und natürlich kann in dieser Zeit das Instrument auch gegen ein anderes aus dem Kontingent der Stiftung getauscht werden. Und die Stiftung selbst will auf dem Laufenden gehalten werden, wie es um die musikalische Entwicklung der Talente steht.