Die Wasserballer haben derzeit keinen Grund zum Jubeln Foto: dpa

Die Übergangsvariante wird doch zur längeren Lösung: Hagen Stamm macht als Interims-Bundestrainer der Wasserballer vorerst weiter. Es drücken Finanzsorgen, die Kommunikation mit dem Verband hapert.

Berlin - Der Sparzwang im Deutschen Schwimm-Verband lässt die Wasserballer mehr denn je um ihre Zukunft fürchten. So bleibt wegen ausstehender Entscheidungen zu den Finanzen Hagen Stamm weiter Interims-Bundestrainer der Männer. Auch beim dritten Weltliga-Spiel der laufenden Saison am Dienstag in Duisburg gegen Rumänien betreut der Vereinspräsident der Wasserfreunde Spandau gemeinsam mit dem Hannoveraner Uwe Brinkmann das Team. „Ich springe nochmal in die Bresche, alles weitere muss man sehen. Ich sehe das als Verlängerung der Verlängerung“, sagte Stamm der Deutschen Presse-Agentur. Er war bereits von 2000 bis 2012 Bundestrainer.

Der Wasserball-Fachspartenvorsitzende Rainer Hoppe geht davon aus, „dass Hagen Stamm und Uwe Brinkmann auch die letzten drei Weltligaspiele am Beckenrand stehen. Das ist eigentlich ein Hammer, dass das Ehrenamtliche machen müssen“, sagte Hoppe.

Wasserballer fühlen sich außen vor

Ursprünglich war für den Jahresbeginn die Vorstellung eines neuen Männer-Bundestrainers anvisiert. Allerdings müssen der DSV und die Fachsparte Wasserball nach den Verbandstagswahlen Anfang November immer noch zahlreiche Fragen klären. Vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen sind offen. „Mein Eindruck vom DSV ist: Man kümmert sich primär um Schwimmen und Wasserspringen“, kritisierte Hoppe.

In der kommenden Woche sollen Gespräche des DSV mit dem Deutschen Olympischen Sportbund wieder aufgenommen werden. Die Wasserballer fühlen sich bislang außen vor. „Erschütternd ist für mich, dass wir nicht in Gespräche mit dem DOSB eingebunden waren“, sagt Hoppe. Generell muss der DSV mit weniger Geld auskommen, die Wasserballer soll es besonders hart treffen.

Kein Budget mehr für Wasserball

„Ab 2019 steht im Budget für Wasserball eine Null“, berichtet Hoppe und kann sich mit den neuen Machtverhältnissen im DSV unter der Anfang November gewählten Präsidentin Gabi Dörries nicht so recht anfreunden. „Es ist keiner da, die die Fahne Wasserball im DSV-Präsidium hochhält.“

Die norddeutsche Software-Unternehmerin kann und will - anders als ihre langjährige Vorgängerin Christa Thiel - nur die Gelder freigeben, die auch gesichert fließen werden. Dörries will sich erst ausführlich öffentlich äußern, wenn weitere Verhandlungen mit dem DOSB abgeschlossen sind.

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