Die meisten Sternschnuppen sind am 8. Oktober abends zu erwarten. Foto: 7aktuell.de/Daniel Jüptner

Der Große Wagen könnte im Oktober für die meisten Beobachter nicht sichtbar sein. Dafür zeigen sich Kassiopeia und das Pegasusquadrat am Nachthimmel.

Stuttgart - Mit Einbruch der Abenddämmerung sieht man im Südwesten die strahlende Venus. Wegen ihrer horizontnahen Position ist sie allerdings nicht besonders auffällig. Am 9. erhält sie Besuch von der schmalen Sichel des zunehmenden Mondes.

 

Zur Monatsmitte zieht Venus drei Vollmondbreiten nördlich am roten Überriesenstern Antares, dem Hauptstern des Skorpions, vorbei. Am 29. erreicht sie mit 47° ihren größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Im Teleskop erscheint sie dabei halb beleuchtet. Man hat den Eindruck eines winzigen Halbmonds.

Die Riesenplaneten Saturn und Jupiter, beide im Sternbild Steinbock, beherrschen die erste Nachthälfte. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich Jupiter zurück. Ende Oktober verblasst er bereits eine Stunde nach Mitternacht am südwestlichen Horizont.

Der Rote Planet geht mit der Sonne auf

Merkur bietet im letzten Monatsdrittel eine günstige Morgensichtbarkeit. Bei guten Sichtbedingungen kann man den kleinsten der acht Planeten unseres Sonnensystems ab dem 20. in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont erkennen. Um 6.15 Uhr erfolgt der Merkuraufgang. Etwa zwanzig Minuten später macht er sich am Horizont bemerkbar. Bis 31. verspätet sich der Aufgang des flinken Planeten um eine Viertelstunde. Gegen 7.30 Uhr verblasst Merkur in der zunehmenden Morgenhelle.

Mars wird am 8. im Sternbild Jungfrau von der Sonne eingeholt, er steht dann in Konjunktion mit ihr. Der Rote Planet geht mit der Sonne auf und mit ihr unter. Er hält sich somit am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont.

Die Sternschnuppen des Delta-Draconiden-Stroms tauchen vom 4. bis 8. Oktober auf. Sie sind Bruchstücke des Kometen 21P/Giacobini-Zinner, weshalb sie gelegentlich als Giacobiniden bezeichnet werden.

Wie sieht man die Sternschnuppen?

Die Meteorhäufigkeit schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Im Jahr 2011 wurden rund 400 Meteore pro Stunde registriert. Auch 2012 wurde eine verstärkte Aktivität beobachtet. Wie der Name dieses Stroms erkennen lässt, liegt der Flucht- oder Ausstrahlungspunkt im Sternbild Drache. Da der Drache hoch am Himmel steht, sind die Draconiden die ganze Nacht über sichtbar. Die meisten Sternschnuppen sind am 8. abends zu erwarten. Die Meteore dieses Stroms haben mit rund zwanzig Kilometer pro Sekunde relativ geringe Geschwindigkeiten.

Oft wird gefragt, in welche Richtung man schauen soll, um die Sternschnuppen zu sehen. Ganz einfach: Die Meteore flitzen vom Fluchtpunkt aus in alle Richtungen. Daher sieht eine einzelne Beobachterin oder ein einzelner Beobachter nur einen Bruchteil aller Sternschnuppen. Der Mond erreicht am 6. um 13.05 Uhr seine Neumondposition. Am 8. kommt er abends mit 363 390 Kilometer Distanz in Erdnähe. Am 14. sieht man über dem Südhorizont den zunehmenden Halbmond gegen 20 Uhr zwischen den Planeten Saturn und Jupiter, ein auffallendes Dreigestirn. Die Vollmondphase tritt am 20. um 16.57 Uhr ein, wobei der hell glänzende Mond vor der Sternenkulisse der Fische steht. Der grelle Mondschein verhindert jedoch, die Sterne der Fische zu erkennen. Am 24. befindet sich der Mond mit 405 620 Kilometer in Erdferne.

Der große Wagen ist im Oktober fast verdeckt

Am abendlichen Fixsternhimmel wird man eventuell vergeblich nach dem Großen Wagen Ausschau halten. Denn seine sieben Sterne haben jetzt ihre tiefste Position erreicht und stehen knapp über dem Nordhorizont, weshalb sie oft von Häusern, Bäumen oder Bergen verdeckt werden. Dafür steht hoch am Firmament das Himmels-W, die Kassiopeia. Die mittlere Spitze dieses Sternen-Ws deutet ungefähr auf den Polarstern.

Hoch am Südhimmel sieht man ein großes Sternenquadrat. Es bildet den Hauptteil des Pegasus, eines Fabelwesens, nämlich eines geflügeltes Rosses. Es soll den Dichtern und Denkern zu ihren Gedankenflügen verhelfen. Der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbsthimmels. Deshalb nennt man das Pegasusquadrat auch Herbstviereck. Es hat zwar keine besonders hellen Sterne, ist aber dennoch gut zu erkennen.

Ende Oktober endet die Sommerzeit

An das Herbstviereck schließt sich in nordöstlicher Richtung die Sternenkette der Andromeda an. Die Andromeda ist die Tochter der eitlen Königin Kassiopeia, die als Sternenfigur des Himmels-Ws hoch über unseren Köpfen steht. Auch ihr Gemahl, der König Kepheus, ist als allerdings unscheinbares Sternbild vertreten. Im Sternbild der Andromeda sieht man bei guten Sichtbedingungen ein längliches Lichtfleckchen. Dieses hat erstmals der arabische Astronom Al Sufi (903–986) in seinem Buch der Fixsterne beschrieben. Aber erst vor hundert Jahren gelang es mit dem 2,5-Meter-Spiegelteleskop auf dem Mount Wilson in Kalifornien nachzuweisen, dass der Andromedanebel ein riesiges Sternensystem ist.

Ende Oktober endet die Sommerzeit – die Uhr wird zurückgestellt

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn und nimmt immer südlichere Positionen ein. Am 23. tritt sie morgens in das Tierkreiszeichen Skorpion. Sie wandert den Oktober über durch das Sternbild Jungfrau und wechselt am letzten Tag in das Sternbild Waage. Die Mittagshöhen gehen um elf Grad zurück, die Tageslänge schrumpft in Stuttgart um eine Stunde und 44 Minuten.

Am Sonntag, 31. Oktober, endet die Mitteleuropäische Sommerzeit um 3 Uhr morgens. Die Uhren werden um eine Stunde zurückgedreht.