Am 13. September (links) war der Simonsbach-Stausee nur noch halb voll. Dennoch hat es drei weitere Wochen gedauert, bis er endgültig leer gelaufen ist. Foto: Krause/Stadtverwaltung

Der Dozdorfer Simonsbach-Stausee ist abgelassen worden. Er muss nicht nur vom Schlamm befreit werden.

Donzdorf - Dort, wo sich vor allem im Sommer viele Menschen am idyllischen Anblick der Natur erfreuen, ist momentan nur noch ein riesiges Schlammloch zu sehen. Der Simonsbach-Stausee bei Donzdorf ist komplett ohne kühlendes Nass. „Der gesamte Beckenraum ist mittlerweile leer“, sagt der Geschäftsführer des Wasserverbands Fils, Steffen Hoyler. Der See wurde trockengelegt, um die Technik des Rückhaltebeckens zu inspizieren und die technischen Anlagen warten zu können. Außerdem muss der See in regelmäßigen Abständen entschlammt werden.

Erfahrungsgemäß sind es zwischen 1500 und 3000 Tonnen Schlamm, die sich zwischen den turnusmäßig stattfindenden Maßnahmen ansammeln. Der jetzt freiliegende Matsch soll während der Frostperiode im Winter mit einem Raupenbagger aus dem See herausgeholt und mit Lastwagen abtransportiert werden. Durch die Entschlammung soll sich auch die Wasserqualität verbessern. Es ist bereits die dritte Generalinspektion des 1982 zum Schutz von Donzdorf vor Hochwasser künstlich geschaffenen Sees, der alle zwölf Jahre abgelassen werden muss. So steht es in den Betriebsvorschriften.

Ausgesetzte Schildkröten eingefangen

Im August wurde damit begonnen, den Pegel langsam zu senken und mehr Wasser aus dem See heraus- als hineinzulassen. Der Wasserverband Fils lege großen Wert darauf, den Eingriff in die Natur auf „das unvermeidbare Maß zu beschränken und die Auswirkungen auf den Naturraum möglichst klein zu halten“. So teilte es der Verband bereits Ende Juli der Öffentlichkeit mit. Dennoch könne es zu Trübungen am Unterlauf des Simonsbachs kommen. Insbesondere gegen Ende des Ablassvorgangs würden auch Sedimente mit dem Wasser aus dem See geschwemmt, hieß es weiter.

Zudem wurden, bevor das Wasser komplett abgelassen wurde, die Fische aus dem See geholt. Der Fischereiverein Donzdorf entnahm die Tiere zunächst mit einem Schleppnetz. Dabei gelangten kleine Weißfische, aber auch einige wenige Hechte, Zander und Karpfen in die Netze, wie der Wasserverband-Geschäftsführer Hoyler berichtet. Außerdem hat der Donzdorfer Stadtbiologe Georg Krause drei „Exoten“ gefangen, zwei rund 30 Zentimeter große Gelbwangenschildkröten und eine kleinere Höckerschildkröte, die vermutlich von ihren Besitzern ausgesetzt worden waren.

Anschließend sei dann noch eine elektrische Abfischung durch den Fischereiverein Uhingen erfolgt, wie Hoyler berichtet. Dessen Mitglieder verfügten über die entsprechenden Kenntnisse und die Ausrüstung, betont Hoyler. So werde beim Elek­trofischen Gleichstrom durch das Wasser geleitet. Bei sachgemäßer Anwendung würden die sich im Stromkreis befindenden Fische zur Anode geleitet, wo sie vollends eingesammelt werden könnten.

Fische wurden in nahegelegene Teiche umgesiedelt

Um zu verhindern, dass Fische oder andere Tiere durch den Sog des Ablassvorgangs aus dem See in den Unterlauf gespült werden, wurde ferner vor der Leerung am Einlauf des Grundablasses ein Schutzfanggitter angebracht. Die gefangenen Fische wurden schließlich in Teiche auf der Südseite des Stausees umgesiedelt. Dort sollen sie bleiben, bis der Stausee im Frühjahr wieder aufgefüllt ist. Erst dann wird der Fischereiverein entscheiden, welche Arten wann wieder eingesetzt werden.

Die bisherigen Arbeiten am Simonsbach-Stausee verliefen im Zeitplan. In der vergangenen Woche fanden bereits die Schachtreinigungsarbeiten statt. In der nächste Woche soll der Schacht mit einem Gerüst versehen werden, ehe die eigentliche Inspektion der Stahlwasserbauanlagen durch eine Fachfirma beginnt. Sollte dabei ein Sanierungsbedarf festgestellt werden, könnten entsprechende Arbeiten im November erledigt werden.

Der Wasserverband Fils geht davon aus, dass mit dem Einstauen des Wassers zu Beginn des neuen Jahres begonnen werden kann. Ziel ist es, dass das beliebte Naherholungsgebiet den Menschen in der Region zum Frühjahr hin wieder jenen idyllischen Anblick bietet, den sie gewohnt sind.

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