Thiel (li.) und Boerne konnten den Pinguin nicht mehr retten. Foto: WDR Presse und Information/Redak

Boerne will TV-Koch werden, Thiel mit Vaddern Urlaub machen – am Ende landen sie im Allwetterzoo: Der Fall „Schlangengrube“ aus Münster ist ein tierisches Vergnügen.

Münster - Schwupps – schon ist die Leiche aus dem Bild gerollt. Wie die Assistentin eines großen Magiers hat Alberich (Christine Urspruch) die „kühle blonde“ Wasserleiche auf dem Seziertisch weggeschupst, Meister Boerne (Jan Josef Liefers) hat im nächsten Moment Essbares vor die Kamera gezaubert. High-End-Essbares. Geeiste Entenconsomée und blasse Hechtschaumnocken. Das, was zur Leiche aus dem See eben am besten passt. Boerne entwickelt ein neues Koch-TV-Konzept, mit dem er durchstarten will. Forensische Küche – das klingt durchgeknallt und kaum lecker – aber hey, das hier ist die „Schlangengrube“, der neue „Tatort“ aus Münster.

Der laut Boerne „Döner-mit-allem-Banause“, sein lieber Kollege Thiel (Axel Prahl) also, freut sich derweil (nicht wirklich) auf seinen Urlaub mit Vaddern, Quality-Time, Radeln nach Amsterdam. Zum Glück kommt ja doch ein Kriminalfall, die „Schlangengrube“, dazwischen.

Sandy! Wie süß!

Die lungenkrebskranke Patrizia Merkens (Lilia Lehner) liegt mit gebrochenem Genick in ihrer Wohnung. Und jetzt kommt es – dank dem Münster-„Tatort“-Erfinder Jan Hinter (Buch) – erst so richtig schön dicke: Warum musste die todkranke Mäzenin des Allwetterzoos sterben? Weil Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann), die ihr gegenüber wohnt, sie hasste, weil Merkens Katzen ihr regelmäßig auf den Teppich pinkelten? Oder weil Merkens merkte, dass im Tierpark regelmäßig Tiere verschwinden?

Und was hat das mit Boernes Ambitionen zu tun? Und wie schön hat die Regisseurin Samira Radsi hier eigentlich den aus Tier-Dokus bekannten Pinguin-Star Sandy in Szene gesetzt? Und wie der ARD und ihrem Hype um Koch-Shows und Zoo-Dokus so nebenbei noch eine mitgegeben wird, das ist gnadenlos konstruiert – aber gnadenlos gut.

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