Der FC PlayFair! bekommt Verstärkung Prominente Kämpfer gegen den Kommerz im Fußball

Von schu 

Schiedsrichter Urs Meier will sich für mehr Fairness und Respekt im Profifußball einsetzen. Foto: Getty
Schiedsrichter Urs Meier will sich für mehr Fairness und Respekt im Profifußball einsetzen. Foto: Getty

Der FC PlayFair! bekommt in seinem Kampf gegen die ausufernde Kommerzialisierung im Profifußball immer neue prominente Mitstreiter. Jetzt ist auch ein glühender Fan des VfB Stuttgart darunter, der sich nicht zweimal bitten lassen musste.

Stuttgart - Cem Özdemir ist ein viel beschäftigter Mann. Auf seiner Homepage listet der prominente Grünen-Politiker aus Bad Urach detailgenau sämtliche Ämter auf, darunter die Tätigkeiten als „Botschafter des Bieres“ oder als Schirmherr des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Nun hat Özdemir eine weitere Aufgabe übernommen: Als Beirat des FC PlayFair! will der in Kreuzberg lebende Schwabe dabei mithelfen, dass die Kommerzialisierung im Fußball nicht vollends aus den Fugen gerät.

Aus zwei Gründen hat sich Özdemir bereit erklärt, sich dem von dem Böblinger Unternehmer Claus Vogt und dem Sportökonom André Bühler Anfang 2017 ins Leben gerufenen „Verein für Integrität im Profifußball“ anzuschließen. Einerseits, sagt er, verfolge er die Aktionen „schon seit der Gründung mit großem Interesse“. Dass andererseits „die Gründer und Vorstände allesamt glühende Fans meines Lieblingsvereins VfB Stuttgart sind, hat es mir möglicherweise noch ein bisschen leichter gemacht, ihnen meine aktive Unterstützung als Beirat zuzusagen“.

Die Fankultur soll Unesco-Weltkulturerbe werden

Ende September hat der FC PlayFair!, der auch einen Antrag bei der Unesco gestellt hat, die Fußball-Fankultur zum Weltkulturerbe zu erklären, auf seiner Mitgliederversammlung im Stadion des FC St. Pauli den Beirat ins Leben gerufen. Özdemir ist nicht der einzige namhafte Neuzugang, der diesem Gremium angehört. In ihm sitzt auch der frühere Fifa-Schiedsrichter und ZDF-Experte Urs Meier. „Der FC PlayFair! setzt sich ja schon qua Vereinsnamen für Fairness ein und für Respekt gegenüber allen, die am Fußball in irgendeiner Weise beteiligt sind“, sagt der Schweizer: „Das ist genau mein Ding. Fairplay ist keine Regel sondern eine Haltung.“

Der frühere Bayern-Medienchef Markus Hörwick sitzt mit im Boot

Dritter im Bunde ist Markus Hörwick, der als Pressechef des FC Bayern mehr als 30 Jahre lang hautnah miterlebt hat, wie aus dem Profifußball eine milliardenschwere Unterhaltungsindustrie wurde. „Fußball bewegt die Menschen. Mehr denn je“, sagt Hörwick: „Dass dieser Sport trotz aller wirtschaftlichen Notwendigkeiten seine Werte weiterhin beibehält, dass Fairplay nicht nur eine Alibi-Aussage ist, sondern Fairness und Respekt gelebt wird – dafür steht der FC PlayFair. Ich unterstütze dies sehr gerne.“

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